Wir wollten in Kuala Lumpur eigentlich einfach mal eine Woche verweilen. Für eine Woche eine Base haben. Nicht viel unterwegs sein und auch mal in unserem Apartment chillen, da Japan sehr stressig war (mit Trampen, all den Sehenswürdigkeiten und Hostelnächten usw.).
Geflogen sind wir von Osaka und angekommen morgens um 3:45 Uhr, da wir Sparfüchse natürlich lieber den günstigen Nachtflug gebucht haben. Selbstverständlich haben wir den Flug über nicht geschlafen und sind somit völlig fertig in Kuala Lumpur angekommen. In unserem Apartment konnten wir leider erst um 12 Uhr einchecken (eigentlich sogar 15 Uhr aber zum Glück konnten wir früher rein). Somit haben wir die Stunden bis zum check in am Flughafen verbracht. Wir haben es uns morgens um 4 Uhr bei Burger King bequem gemacht und dort auf den Bänken gepennt. Haben hier und da auf den Fluren des Airports noch eine Steckdose anzapfen können um die Handys aufzuladen. Dann ging es endlich mit dem Zug zum Hauptbahnhof, von wo aus wir uns ein Grab (Grab ist wie Uber in Asien) gebucht haben und endlich am Apartment ankommen konnten.
Das Apartment war eigentlich ganz cool, ein bisschen abgeranzt aber sauber und bequem. Der ganze Wohnkomplex war recht in die Jahre gekommen aber wir hatten immerhin einen Pool, ein Gym (wenn auch nicht wirklich klimatisiert), Waschmaschinen und eine Wassernachfüllstation. Im Prinzip alles was man braucht. Übrigens ist der Infinitypool auf dem Dach in Etage 37, auch nur kurz fürs Foto geeignet oder meinetwegen auch für eine kurze Erfrischung, denn leider wurde der mal so fast garnicht gepflegt. Total grün. Zum Glück gab es im EG einen weiteren gepflegten Pool.

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Als wir das 1. Mal diesen Wohnkomplex verlassen wollten waren wir ziemlich überfordert. Nur Einfahrten für Autos und keine Gehwege. Wir konnten dann durch die Tiefgarage auf einen Bürgersteig um zur nächsten Shopping-Mall zu kommen. Bestes Beispiel war der Weg zum Botanischen Garten. Laut Google zu Fuß 40 min und mit dem Auto 3 min, weil einfach keine Gehwege vorhanden sind. Daran merkt man wieder wie lauffaul die Asiaten sind. Wir haben die meisten Strecken mit einem Grab zurückgelegt. Diese sind günstig und man kommt super mit ein paar locals ins Gespräch und kann sich Geheimtips rund ums Essen und anderen Dingen abholen.
Joa, der Weg zur Mall war schon mal ziemlich vermüllt und es herrscht viel Verkehr. Autos und Roller fahren hier 24/7. Ich hab das Gefühl die Straßen sind zu keiner Uhrzeit leer. Und Fahrrad fahren macht hier aufgrund der motorisierten Verkehrsteilnehmer auch keinen Sinn. Einen einzigen Fahrradfahrer hab ich gesehen. Naja, das Leben spielt sich hier viel in den Malls ab. Von Botiquen, westlichen Bekleidungsunternehmen, Fitnesscenter, Kino über Supermärkten und Restaurants findet man hier auch einfach alles.
Die klimatisierten Malls sind auch ein schöner Zufluchtsort bei 34° C (die sich wie 40°C wegen der hohen Luftfeuchtigkeit anfühlen).
Auf den Straßen (wenn man es dann mal auf einen Bürgersteig geschafft hat) gibt es viel Streetfood der unterschiedlichsten Kulturen. Kuala Lumpur ist wirklich richtig Multikulti. Chinesen, Malayen, Inder; hier treffen sehr viele Kulturen aufeinander und mit ihnen, deren Küchen.
Sucht man sich einen Stand an dem auch viele Locals essen, kann man davon ausgehen sehr günstig aber auch sehr lecker zu speisen. Wir haben heute 3,74€ für unser gemeinsames Mittagessen inkl. Getränke bezahlt. Für Chris gab es eine große Portion Reis mit 2 Hähnchenkeulen und für mich Reis mit Currygemüse. Zugegeben die Hühnerfüße in der Buffettheke waren nicht so appetitlich, aber hier prallen auch zwei verschiedene Kulturen aufeinander. Die Locals finden sowas halt schmackhaft. Ich weiß garnicht warum Christoph nicht wenigstens mal probiert hat. :D
Also essen ist hier super, grade wenn man sich durch die verschiedenen Küchen durchprobieren möchte. In unserer "Stamm-Mall" gab es sogar Sushi. Da konnte ich mich für 2,50 € satt futtern. Generell haben wir es sogar desöfteren geschafft für unter 20 € am Tag (zu zweit) hier zu leben.
Soweit so gut. An einem Tag haben wir die Batu-Höhlen besucht. Wo auch echt viel los ist. Viele Menschen, Affen und Tauben. Ich weiß auch nicht warum Touris Spaß daran haben die Viecher zu füttern. Naja scheint keinen zu stören.
Die Batu-Höhlen sind auch ein MUSS, wie wir finden. Es handelt sich um eine Kalksteinhöhle mit vielen Hindu-Tempeln. Zu denen man über eine bunte Treppe und an einer riesigen Statue vorbei, hinkommt.
Beeindruckend allemal und auch noch kostenlos.

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Die Petronas-Towers fanden wir übrigens auch sehr beeindruckend. Das sind halt auch so Touridinge die man sich so anschaut. Allgemein ist das Stadtbild beeindruckend. Zum einem überall Wolkenkratzer und zum anderen Moscheen und Häuser aus der Kolonialzeit. Total gegensätzlich. Rund herum Palmen und Dschungelfeeling mit für uns exotischen Pflanzen.

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Des Weiteren haben wir uns Chinatown angesehen. Chinatown beherbergt einen Markt, an dem man alles an Klamotten, Technik, Parfüm und jeglichen anderen Schnick-Schnack kaufen kann. Mit doch sehr aufdringlichen Verkäufern. Wer Bock auf handeln um gefakte Marken hat, ist hier genau richtig. Für uns war es einfach nur stressig. Und leider sieht man einfach viel Dreck und Müll. Leider auch viel Armut (auf den Straßen schlafende Menschen usw.). Die ersten Tage haben uns hier überhaupt nicht gefallen. Wir wollen auch nicht nochmal hier her.
Trotzdem hatten wir beide heute den selben Gedanken: Irgendwie kann man sich dran gewöhnen. Vielleicht sind wir grade im Flow angekommen. Nach Japan (geregelt, aufgeräumt, sauber) ist KL auch einfach das komplette Gegenteil. Zurückblickend würden wir aber trotzdem sagen, dass 3-4 Tage reichen.
Unser Fazit für KL ist : Tolles kulinarisches Erlebnis (besonders Streetfood) allerdings muss man sich auf die vielen Menschen (ob im Auto oder auf der Straße) und der Kluft zwischen Arm und Reich einlassen können. Wir kommen bewusst für einen Urlaub nicht wieder, aber vielleicht bei einer Durchreise als Zwischenstopp.
Noch verlassen wir Malaysia nicht, denn es geht morgen naaaaaach Borneooooo!!!