Nach langen Überlegungen haben wir uns dann doch dazu entschieden nach Semporna bzw. nach Pulau Mabul zu reisen. Bedenken gab es weil das Auswärtige Amt besagt, dort sei keine Sicherheit gegeben. Vor ein paar Jahren wurden dort Touristen entführt und getötet. Eigentlich haben wir uns auch nur durch ein Pärchen welches wir im Dschungel kennen gelernt haben dazu hinreißen lassen. Also Tauchschule angeschrieben und Termin vereinbart. So Busticket gekauft und dann ging es am nächsten Tag auch schon Richtung Semporna. Also Hauptgrund waren die Tauchspots.
Unser Tag hat eigentlich ziemlich stressig begonnen. Durch ein Missverständnis hat nämlich keiner von uns den Wecker gestellt. Natürlich war das erst mal meine Schuld. Wir sind um kurz nach 7 Uhr aufgewacht und mussten um 7.30 Uhr am Busbahnhof sein und der Weg zum Busbahnhof dauerte auch nochmal 15 min. Zum Glück haben wir direkt ein Grab-Taxi kriegen können welches uns dann zum Busbahnhof bringen konnte. Wir haben uns noch nicht mal die Zähne geputzt. :D
Zeitlich hat alles gepasst. In Malaysia fahren die Busse eh nie pünktlich. Wir saßen als die einzigen Touris mit all den Lokals im Bus. Relativ weit hinten am Klo. Geil. 
6 Stunden Busfahrt. Gingen aber gut rum. Hab ich schon erwähnt, dass ein Uringeruch in der Busluft lag? Die Klimaanlage war leider auch ein bisschen schwach auf der Brust. Dabei waren wir auf winterliche Temperaturen eingestellt, da die Asiaten gerne Reisebusse zu Bofrostwagen runter kühlen.
Wir habens überlebt. Angekommen in Semporna wurden wir unglaublich freundlich von unserem Hotelbesitzer in Empfang genommen. Das war nach diesem furchtbaren Tag echt ein Segen.
Unsere Fähre nach Mabul ging morgens am nächsten Tag. Also hatten wir einen halben Tag Zeit die Stadt zu erkunden. In Sandakan wurde uns gesagt, dass Semporna noch dreckiger und noch vermüllter sein soll. Wir haben es nicht so empfunden. Es war dreckig, es war vermüllt und es gab viel Armut. Sandakan war da aber deutlich weiter vorne.
Man wird als Europäer auch oft angeglotzt. Manchmal wollen die Leute auch Fotos mit mir oder grüßen einen auf der Straße. Bei kleinen Mädchen find ich das auch echt süß. Die freuen sich riesig wenn man antwortet oder zurück winkt. :) Die meisten Touris die hier vorbeikommen sind Chinesen. Daher ist man da noch was Besonderes. :D 
Krassestes Erlebnis bisher war, als uns ein 5 Jähriger mit einem Säugling auf dem Arm anbettelte. Welche Eltern lassen einen 5 Jährigen durch die Stadt ziehen und dann auch noch mit Baby. In brüllender Hitze. Ja genau, vermutlich sehr arme Eltern. Irgendwie kann man das alles nicht so richtig verstehen. Wieder einmal stellen wir fest, wie gut es uns geht.
Am nächsten Morgen gingen wir zum Pier um mit einem Boot nach Mabul zu fahren. Die Tauchschule hat ein eigenes Boot. So fahren wir mit 2 Tauchguides und einem weiteren Pärchen rüber. Btw berichtete man uns, dass teilweise die Bootsleute Probleme haben das Boot zum laufen zu bringen weil sich Müll in der Schraube verfängt. So viel zum Thema Müll im Meer. Unterwegs zieht sich eine lange Müllstraße auf dem Meer entlang. Ein trauriges Bild.
Angekommen auf Mabul haben wir uns direkt unsere Tauchrüstung geholt und sind ab aufs Boot für unseren 1. Tauchgang.  Unser Gepäck wurde aufs Zimmer gebracht. Also das war wirklich cool, die Leute von Scubajunkie waren sehr bemüht es für uns so bequem wie möglich zu machen. Es hieß dann immer:´no, its your holiday´ wenn man helfen wollte. Es wurde alles für uns zusammengebaut. Nur noch Weste an und los gehts. Schon auf dem Weg zum Tauchspot hat man das Gefühl im Paradies gelandet zu sein. Glasklares Wasser mal tief blau oder türkis. Vorbei an einem Luxusresort aus kleinen Hütten welches einfach nur auf Stelzen im Wasser steht. Der Inbegriff für Paradies. Schon komisch wenn man bedenkt, was uns in Semporna begegnete.
Ich war schon ziemlich nervös, so wie auch am Anfang als wir unseren Tauchschein gemacht haben. Was soll ich sagen. Bin halt ein Schisser. Was hilft ist es einfach offen zu sagen. Unser Tauchguide war total entspannt und gab mir das Gefühl 'alles is cool´. Kein Grund aufgeregt zu sein. Wir waren nur zu dritt mit einem Holländer der ebenfalls noch zu den Anfängern gehörte.
Als wir dann im Wasser waren hat sich meine Aufregung auch wieder gelegt. Schon beim Abtauchen wurde uns klar, wir befinden uns auf einem ganz anderen Level im Vergleich zu Thailand. Überall Fische und Korallen die gesund und völlig intakt schienen.
Wir tauchten zu verschiedenen Wracks, bestehend aus kleinen Booten und Hüttengestelle die auf dem Meeresgrund lagen. Bewachsen mit Korallen. Es dauerte nicht lange da trafen wir die erste Schildkröte. Innerlich bin ich völlig ausgeflippt. Später hab ich dann auch festgestellt, Schildkröten sind hier keine Seltenheit. In Thailand hat man es z.B. mega gefeiert eine anzutreffen. Es war auch ein mega Highlight einen Yellow Boxfish zu sehen. Während wir hier aufgehört haben zu zählen. Auch Kugelfische und Moränen keine Seltenheit. Wobei wir Elvis nicht getroffen haben. Ja richtig gehört hier gibt es eine Moräne die Elvis getauft wurde. Angeblich soll allein der Kopf der Moräne über einen Meter groß sein. Haben wir jetzt leider nicht gesehen, wenn auch eine andere die auch echt riesig war.

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Unser Tauchguide meinte er suche lieber nach dem kleinen Zeug. Irgendwann schaut man sich nicht mehr nach dem offensichtlichen Tieren um sondern eher nach dem kleinen Stuff. Ok wir wollen halt schon noch die großen sehen. Für uns gab es leider keine Haie, Mantarochen oder Walhaie. Aber wer weiß, vlt treffen wir noch welche. Man muss dazu sagen wir haben jetzt den Tauchspot schlecht hin auch ausgelassen. Sipadan soll noch mehr Fische haben und da kommt wohl auch ab und zu mal ein Hammerhai vorbei. Tatsächlich wurde uns von Tauchern davon berichtet. Aber halt nicht für uns, es war im Verhältnis einfach mega teuer.
Trotzdem waren unsere Tauchgänge der helle Wahnsinn. Und absolut empfehlenswert.
Ein weiteres wirklich cooles Erlebnis war unser Nightdive. Bei Nacht (wir waren mit Taschenlampen bewaffnet) sieht man besonders viele Krebse und Tintenfische. Wir haben vorallem die Krebse mit Häuschen gesehen. Wie man sich die Tierchen vorstellt mit Muschelhaus. Außerdem konnte man sehen wie sich Seeigel fortbewegen. Das machen die Dinger nämlich auch nur bei Nacht. Irgendwie gruselig, wie eine Armee haben sie sich mit ihren Tentakelartigen Beinen ganz langsam vorwärts bewegt. Unser Tauchguide war natürlich wieder auf der Suche nach dem kleinen Scheiß. Mini Oktopusse und Schnecken haben wir gesehen. Aber auch Moränen. Es war wirklich richtig cool. 
Es wurde ständig für unser Wohl gesorgt. Ich glaube wir haben auf der ganzen Reise nie so viel gefuttert wie an diesen 3 Tagen. Das Essen war super. Es war einfach immer eine große Auswahl auch für Veganer vorhanden. :)
Unsere Unterkunft war auch nicht schlecht. Ein 8er Zimmer ausgestattet mit Ventilatoren, damit konnte man es echt aushalten. Ich mein nach so nem Tauchtag ist man eh völlig fertig und kann vermutlich überall schlafen.
Wir haben uns übrigens vollkommen sicher gefühlt. Neben unserem Tauchresort war auch eine recht große Polizeistation aufgebaut. Ich konnte mir wirklich nicht vorstellen, dass hier mal Terroristen Touris entführt haben. 
Worüber ich mich immer noch ärgere ist die Tatsache schlüpfende Schildkröten verpasst zu haben. Im Resort gibt es nämlich eine Schildkröten Aufzucht-Station und wenn man sich in eine Liste einträgt wird man wenn es nachts passiert extra geweckt. In einer Nacht sind welche geschlüpft und es wurde auch jemand bei uns im Raum geweckt. Wir haben uns nicht in die Liste eingetragen.... WARUM??? Ich weiß es nicht! MAAAAH!!!
Wir hatten trotzdem eine wirklich richtig tolle Zeit. Schnorcheln war auch einfach der Hammer. Direkt an unserem Steg konnten wir so unfassbar viele Fische sehen. Ein ganzer schwarm Jackfische oder Feuerfische.  Richtig geil. Nicht zu vergessen Schildkröten. 

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Kommen wir nun zu einem großen Nachteil der Insel. Mabul ist nicht groß, man hat die Insel innerhalb einer halben Stunde locker umrundet. Das ist nicht das Problem. Sondern die 'Einheimischen' die dort in so Stelzenhütten leben. Sie zeigen keinerlei Interesse die Insel bzw. das Meer sauber zu halten. Sie kippen einfach ihren kompletten Müll direkt ins Meer. Und es handelt sich hier nicht um biologisch abbaubaren Müll. Nein der ganze Plastikscheiß. Die Menschen sind auch nicht belehrbar. Das Tauchresort setzt sich sehr für die Umwelt ein und versucht mit wöchentlichen Clean ups das ganze irgendwie zu retten. Ein Kampf gegen Windmühlen. Die Menschen leben da völlig hinterm Mond. Wir haben leider im Vorbeigehen auch mitbekommen, dass dort Hahnenkämpfe statt finden. Unfassbar grausam. Das bricht mir das Herz. 

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Das Leben könnte auf dieser Insel so schön im Einklang mit der Natur sein. Wir stellen leider auch immer wieder fest, dass die Locals hier einfach kein Interesse haben ihre Heimat sauber zu halten. Es sind meist die Tourigegenden die sauber sind. Teilweise weil dann Clean ups stattfinden. Wer macht bei den Clean ups mit? Genau die Touris. Unbegreiflich.
Wir haben es jedoch nicht bereut die furchtbare Busfahrt auf uns genommen zu haben. Rückblickend hat das Tauchen nicht nur die Busfahrt wieder weg gemacht sondern Malaysia für uns etwas gerettet. Eigentlich waren wir sehr enttäuscht. 
Ich mein wenn man an Borneo denkt, denkt man doch in erster Linie an Dschungel, Meer und Menschen die im Einklang mit der Natur leben. Dem war leider nicht so. Tiere die auf der Roten Liste stehen, Plastik im Meer und Dschungel, Palmölplantagen und jede Menge Armut. Das war leider die Realität. Später haben wir auch erfahren, dass es nur noch ein einziges Sumatra-Nashorn auf Borneo gibt. Damit ist die Spezie auf Borneo ausgestorben. 
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Mich machen solche Fakten traurig und wütend. 
So genug Weltschmerz. 
Malaysia war sehr lehrreich und wir bereuen es keines Wegs hier Halt gemacht zuhaben. Aber es war anstrengend und auf eine Art unverständlich. Wir waren beide froh als es für uns weiter ging...