Insgesamt haben wir fast 3 Wochen in diesem kleinen verträumten Örtchen der Insel Java verbracht. Es war wundervoll!

Die Busfahrt


Der Weg von Jakarta nach Batu Karas war alles andere als entspannt. In unserem Hostel versuchten wir eine Mitarbeiterin zu fragen wie wir am besten von Jakarta nach Batu Karas mit dem Bus kommen. Leider war ihr Englisch nicht besonders gut. Sie gab sich aber alle Mühe und erfragte sich den Weg und schrieb uns eine Wegerklärung, die wir nach unserem Abendessen erhielten.
Jakarta ist anstrengend. Die Leute sind super nett und freundlich. Sie wollen wissen wo wir herkommen oder lassen uns ihr Essen probieren. Natürlich mussten wir auch für das ein oder andere Selfie herhalten. Generell viel Verkehr und viele Menschen auf den Straßen.
Wir schliefen in einem Kapselhotel, was an sich nicht schlecht war. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass die anderen Hostelgäste denken diese Kapsel sei schallisoliert. Was sie definitiv NICHT ist. Nach einer kurzen Nacht klingelte bereits um 4 Uhr der Wecker und wir machten uns auf den Weg zum Busbahnhof. 
Wir hatten keine Tickets im Vorfeld kaufen müssen, laut Hostelfrau bekommt, man vor Ort welche. Angekommen am Busbahnhof (bei Dunkelheit) standen wir nun da mit unseren Backpacks. Nirgends ein Ticketschalter noch sonst was. Die Leute um uns herum sprechen kein Englisch und überhaupt waren wir die einzigen Touris. Es war viel los. Überall fuhren Busse, Autos und jede menge wartender Menschen. Wir fühlten uns sehr verloren.
Ein älterer Herr übernahm dort das Kommando und hielt Busse an um Passagiere rein zulassen. Er fragte auch uns wo wir hin wollen. 
Er zeigte uns an Ort und Stelle zu warten. Also warteten wir.
Dann kamm ein sehr ranziger Bus um die Ecke und er deutete auf dem Bus. Christoph und ich schauten uns an. In dem Moment dachten wir wohl das Gleiche: NO WAY. Aber wir warteten schon fast eine Stunde und wollten einfach nur weg. 
Also rein in den Bus. Wieder als einzige Touris. Es dauerte bis es endlich losging.
Als es dann los ging fuhren wir genau 10 Minuten da machte der Busfahrer halt, lies Leute rein die irgendwelche Dinge verkauften. Uhren, Medikamente, Snacks, Früchte, was das Herz begehrt man konnte es im Bus kaufen. Die Verkäufer stiegen wieder aus und es dauerte keine halbe Stunde da kamen die nächsten Verkäufer rein. Das zog sich über die KOMPLETTE Strecke. Zum Glück waren die Verkäufer nicht aufdringlich aber trotzdem war es einfach nervig das Gefühl zu haben nicht voran zukommen. Wir versuchten zu schlafen. Kurz eingenickt steht plötzlich ein Trommler neben dir und Trommelt zu Gesang und Gitarre seines Bandmitglied. Christoph und ich haben uns ungläubig angeguckt. Das waren dann Leute die wie Straßenmusiker umherziehen nur halt in Bussen. Btw lief die ganze Zeit, wirklich die GANZE Zeit New Pallapa, (indonesische Musik). Leute bitte sucht es auf Youtube damit ihr verstehen könnt wie furchtbar diese Busfahrt war. Hinterher stellten wir fest, dass sogar Werbung auf dem Bus für diese grandiose Unterhaltung stand. Hab ich schon erwähnt, dass man im hinterem Teil des Busses einen Raucherbereich hatte. Geil, oder?! 
Christoph hatte außerdem die ganze Zeit Sorge im falschen Bus zu sitzen. Zum Glück fragte uns unsere Sitznachbarin warum wir hier im Bus sitzen? Das sei schließlich der Bus der Einheimischen und eigentlich nehmen Touris immer die richtigen Reisebusse. Ach was. Danke für die Information nach 5 Stunden Bus fahren. Jedenfalls konnte sie uns aber bestätigen, dass wir im richtigen Bus sitzen. Dieses Szenario zog sich ungelogen über 10 Stunden. Eigentlich sollte die ganze Fahrt nur insgesammt 9 Stunden dauern.
Manchmal hielt der Busfahrer auch einfach an um ein Powernap zu halten. 
Nach 10 Stunden ließ man uns an einem Rastplatz raus gemeinsam mit einem anderem Passagier, der ebenfalls nach Batu Karas wollte. Er war so freundlich uns nahm uns quasi an die Hand damit wir nicht im falschen Bus landeten. Denn es ging ja noch weiter. :D
Der nächste Bus war tatsächlich ein Reisebus. Nach weiteren 5 Stunden Busfahrt erreichten wir Pangandaran, Endhaltestelle. Unser Airbnb Host holte uns von dort mit dem Auto ab. Nach einer 40 min Autofahrt waren wir dann ENDLICH in Batu Karas. Übrigends hat uns dieses Abenteuer gerade mal 14 € gekostet. 
Das war mit Abstand die bisher schlimmste Busfahrt die wir jemals erlebt haben. Doch es hat sich gelohnt!

Bungalow im Dschungel

Die Tage in Batu Karas waren unglaublich entspannt. Wir wechselten einmal unser Homestay und hatten ein kleines Bungalow welches gefühlt mitten im Dschungel lag. Besonders bei Nacht waren Grillen, Frösche und Echsen besonders aktiv. Ich liebe diesen Sound. Besonders in der Nacht. Was weniger schön war, ist das nächtliche Beten. Um 4.20 Uhr treffen sich Moslems zum beten in der Moschee. Leider wollen sie ganz Batu Karas daran teilhaben lassen und beten über Lautsprecher. Muss das sein? Unser französischer Host hört das schon garnicht mehr und erzählt uns, dass hier 5 mal am Tag gebetet wird. Ich fände es zwar sinnvoller 5 mal am Tag einen Beach clean up zu veranstalten aber, dass ist eine andere Sache. Hier sind die Menschen sehr gläubig. 

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Wir konnten die Zeit in unserem Bungalow jedenfalls sehr genießen. Es gab einen Pool und morgens sogar frische Kokosnüsse aus dem Garten. Was will man mehr. An einem Morgen haben wir sogar gesehen wie eine Schlange einen Frosch verspeißte. Nicht besonders schön aber interessant. 
Wir hatten eine Familie als Nachbarn. Zufälligerweise eine Yogalehrerin. So gab es sogar eine Yogasession mit den Kindern und der Besitzerin des Homestay. Gemeinsam waren wir auch einen Abend bei einer Neueröffnung eines Restaurants direkt an den Reisfeldern. Mega schön dort. War dann quasi auch unser Stammlokal die komplette Zeit :P

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Die Besitzer kommen aus Frankreich und gemeinsam mit ihrer 9 jährigen Tochter leben sie seit 2 Jahren in Batu Karas. Und sind somit ausgewandert. Es wird viel wert auf Nachhaltigkeit gelegt. So gibt es eine Trockentoilette, an die sich Christoph nur schwer gewöhnen konnte; :D
keine Plastikstrohhalme und aufbereitetes Wasser. Nico (unser Host) erklärte uns, dass es in Batu Karas keine Müllabfuhr gibt. D.h. jeder muss sich selbst um seinen Müll kümmern. Er ist also gezwungen den Müll zu verbrennen. Ja auch den Plastikmüll. Manchmal kommt eine Frau mit dem Fahrrad vorbei und sammelt PET Flaschen ein, welche dann weiter verkauft werden und Recycelt werden. Da kann man sich also vorstellen wie viel jetzt tatsächlich recycelt wird, bei einem Ort in dem 5000 Menschen leben. Dementsprechend sieht es hier auch aus. Viel Plastikmüll am Strand und allgemein in der Natur. Und wieder einmal sind es die jungen Leute die sich darum bemühen den Strand sauber zu halten und Schilder und Mülltonnen aufstellen. Naja ich will jetzt nicht weiter mit meinem Öko da sein nerven, aber sowas beschäftigt mich einfach sehr.
Nach unserer entspannten Zeit im Dschungel sind wir wieder zu unserer günstigen Airbnb Unterkunft gewechselt.

Simple life

Wir hatten ein Bett mit Moskitonetz, ein Badezimmer mit normaler Toilette und eine Dusche mit kaltem Wasser. Ein Waschbecken gab es nicht. Hat aber auch irgendwie 0 gefehlt. Und an das kalt Duschen haben wir uns auch gewöhnt. Wir haben pro Nacht inkl. Scooter gerade mal 7,50 € bezahlt. Günstiger geht es nicht. Der Strand war nicht weit, Restaurants und ein Supermarkt waren gleich um die Ecke. 
Die Leute sagen, Batu Karas ist kein Geheimtipp mehr, dennoch soll es hier so sein wie Bali vor 20 Jahren. Hier tickt die Uhr etwas langsamer. Es ist hier so richtiges Dorfleben angesagt. Jeder kennt jeden und es scheint unglaublich harmonisch untereinander zu sein. In Batu Karas kann man glaube ich auch nachts ohne Bedenken alleine durch die Gegend laufen. 
Hier kommen größtenteils Junge Leute zum Surfen hin, denn hier kann man den ganzen Tag surfen. Es gibt einen kleinen Point der kontinuirlich Wellen liefert. Natürlich haben wir es auch einige Male versucht. Für 5 € am Tag kann man sich ein Surfboard ausleihen.
Was soll ich sagen, wir sind immer noch absolute Anfänger. Surfen ist sooo unfassbar schwierig. Ich beneide die Surfer die einfach easy ne Welle reiten. 
Unser New Yorker Nachbar (der aber eigentlich in Korea geboren ist) ist 55 Jahre alt und hat vor 3 Jahren mit dem Surfen angefangen. Das muss man sich mal vorstellen. Er hat uns viel und damit meine ich sehr viel über das surfen erklärt. Ob wir wollten oder nicht. :D Surfer sind son eigenes Grüppchen für sich. Es gibt die, die den ganzen Tag nur ans Surfen denken. Die nach ihrer Ankunft sich gleich das Board schnappen und den ganzen Tag im Wasser sind. Die morgens um 5.30 Uhr zum Strand fahren um möglichst alleine surfen zu können. Und den ganzen Tag auf "Surfisch" Reden
Und dann gibt es noch die Hipster-Surfer, entsprechen zu 100% des Surferklischee. Lange Haare oder Dreads und Schnurrbart wie aus den 80er Jahren. In coolen Wetsuits (oder tatsächlich gesehen; der Typ mit Schnurrbart surft in einem Hawaiihemd) und  knappen Bikinihöschen (hab ich echt nichts gegen aber in einem Muslimisch geprägtem Land, in dem die Frauen auch mit Kopftuch ins Wasser gehen, finde ich, muss das nicht sein). Außerdem ist es scheinbar mega hip sich die liesch nicht ums Fußgelenk sondern ums Knie zu schnallen. Okay alles klar. Ich will doch einfach nur mal auf dem Brett stehen! Ich wurde nicht nur einmal samt Surfbrett wie in einer Waschmaschine durchs Meer geschleudert. 
Das macht auch keinen Spaß. Und verdammt, bis man bei dieser krassen Strömung erstmal wieder ins Meer kommt. Anstrengend und ermüdent. Ein paar mal konnten wir eine Schaumwelle surfen. Ich weiß nur nicht ob wir noch so viel Motivation haben. Bis man ein Erfolgserlebnis bekommt dauert es nämlich einfach sehr lang. Blaue Flecken und Schürfwunden mit einbezogen. 
Was wir aber sehr gut können ist das Surferleben leben. Simple life, hangloose usw. Es braucht nicht viel um glücklich zu sein. So hab ich mir in unserem Standart Cafe ein ranziges Buch ausgeliehen und viel gelesen. Christoph hat das Hängematten leben für sich entdeckt und ab und zu kam uns ein Kater besuchen. Alles sehr gechillt. 

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Jogogan Wasserfall und Bodyrafting im Green Canyon

Einen Tag unternahmen wir eine Tagestour mit dem Scooter zu einem Wasserfall wo fast nichts los sein sollte. Also machten wir uns auf den Weg mit unserem Roller. Cirica eine Stunde dauerte der Weg und war eigentlich super entspannt, naja bis auf die letzten 5km, denn die waren über eine wirklich holprige Steinpiste. Am Parkplatz mussten wir dann noch etliche Stufen runter zum Wasserfall laufen der inmitten eines Canyon lag. Eine kleine Familie war auch vorort, sonst niemand. Super schönes Wasser. Wir sind dann ein bisschen geschwommen und dann ging es auch scho wieder Heim.

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Irgendwo auf dem Weg haben wir uns dann einen Stein eingefangen und unser Reifen wurde immer platter. Haben es dann aber noch bis zurück geschafft und in einer kleinen Werkstatt das ganze Flicken lassen. Also wir wollten aber der 'Mechaniker' holte den Schlauch raus und zeigte uns direkt 3 Löcher. Okay also austauschen das Ganze ... Schon vor Augen, dass das Abendsessen heute etwas günstiger ausfallen müsse aufgrund der Reparaturkosten, waren wir doch sehr überrascht da das neue Teil inkl. Einbau einfach nur 2 € kostete ... Nicht zu schlagen die Preise ;) Das mit dem Platten ist uns übringens paar Tage später am Hinterrad auch passiert. Da war aber der Schlauch komplett gerissen. Naja für 2 Euro kommt halt auch da ein neuer rein.
An einem anderen Tag wollten wir zum Green Canyon, der nicht weit von unserem Zuhause lag. Unser Host hat uns empfohlen eine Bodyrafting Tour mitzumachen. Haben wir dann gemeinsam mit einer indonesichen Familie auch getan. Bodyrafting ist wie normales Rafting nur ohne Boot. Man ist dann in Schwimmweste und Helm quasi selbst das Boot. Es entpuppte sich auf jeden Fall zu einem Reise-Highlight. Der Weg wieder etwas abenteuerlich-lebensgefährlich aber die Indonesier sehen hier alles eher gelassen. Auf einer Ladefläche von einem Pick up ging es erstmal durch kleine Berge, auf sehr schmalen Wegen die dicht neben Schluchten führten. Ich hatte ziemlich Angst das Auto könnte einfach umkippen und in die Tiefen stürzen. Nach 20 min unwohl sein, auf der Ladefläche eines Pick ups sind wir dann an einem Wasserfall angekommen. Das Wasser war kühl und glasklar. Unsere beiden Guides hatten stets den Durchblick, eigentlich, aber dazu gleich ;). Das Wasser in dem See und vorallem das von den Klippen ringsherum war übringes Trinkbar; so sauber war es. Es sah auch die ganze Zeit so aus als würde es regnen aber war nur Kondenswasser das von den Bäumen wieder herunterkam.

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Also machten wir uns auf die Strecke, teilweise durch Wasser treibend oder über Steine kletternd. Hin und wieder auch eine kleine Rutschpartie durch ein paar Stromschnellen. Auf dem Weg gab es auch immer mal wieder ein paar größere Felsvorsprünge auf die man klettern konnte um wieder herunter zu springen. Die waren so 3-7 Meter hoch. Macht aufjedenfall mega Spaß. Alles wirkte noch sehr unberührt und natürlich. Nach circa 2,5 Stunden gab es dann eine kleine Rast und wir wurden mit einem Indonesischen Snack bedient. Tempeh Mendoan, also frittiertes Tempeh mit paar Gewürzen und Zwiebeln. Einfach aber super lecker! Von dort waren wir dann nochmal über eine Stunde unterwegs zum Endziel. Zwischendurch wurde es ganz schön kalt, vorallem nachdem man nach der Pause grade trocken war. 

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Am Endpunkt gab es dann nochmal eine Stelle zum Runterspringen aus 7 Metern. Klar haben wir das gemacht aber dahin zu klettern war echt nicht ohne. Und weil die indonesische Familie ein wenig hinterher hing, ist Christoph dann nochmal mit einem Guide hoch geklettert und nochmal gesprungen. Nur leider diesmal ein wenig zu weit und nicht genau dorthin wo man sollte. Ein Stein war dort mitten im Wasser und Christoph ist mit dem Knie und Schienbein daran vorbeigeschrappt. Ein aufgeplatztes Knie und eine 7cm Schurfwunde am Bein war dann das Ergebnis. Zum Glück nicht noch 20cm weiter gesprungen denn sonst wäre ein Beinbruch wohl nicht zu verhindern gewesen.
Alles in allem aber ein echtes Highlight. 5 Stunden hat das ganze gedauert und wir hatten eine menge Spaß. Mit dem Boot ging es dann den Fluss runter bis zur Endstation. Gab dann auch nochmal Lunch für alle und man konnte sich nochmal super austauschen.
Können wir jedem nur empfehlen!


Und nun ist unsere Zeit in Batu Karas auch schon fast vorbei, morgen früh kommt uns ein Minibus holen und wir dürfen 7 Stunden nach Badung fahren um einen Tag später den Flug in unser nächstes Land anzutreten.

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