Campervan Life, das wollten wir auch unbedingt. Wir beide lieben campen aber haben es bisher nie mit einem eigenen Van gemacht. Und wo geht sowas besser als zum Beispiel in West Australien? Es ist jedenfalls einer der besten Orte dafür.
Für 8 Wochen haben wir uns einen Campervan ausgeliehen und heizen damit die Westküste von Perth bis nach Darwin, was sich so ca. genau mittig an der Küste im Norden von Australien befindet.
Laut google ist das ganze eine Strecke von etwas über 4000 km, da wir aber nicht einfach nur den Highway bis dorthin fahren werden, wird es einiges mehr werden für uns. Zuerst war geplant sogar bis nach Sydney zu fahren aber das wäre in der Zeit viel stressiger geworden und wir können uns nicht vernünftig die Gebiete etc. angucken, also haben wir uns für den Weg bis nach Darwin entschieden.
Soweit zum Plan. Blöd für uns war aber das wir so blauäugig waren und dachten es gibt mehr als genug Camper in Australien. Wir waren mit ca. einer Woche vorher sehr knapp dran mit der Suche nach einem Camper und das ganze war wirklich eine nervige Suche, denn überall waren eigentlich nur noch teure Camper zu kriegen. Über Facebook haben wir durch einen Vermittler noch einen bei Travellers Autobarn kriegen können und das ist bisher auch eine sehr gute Entscheidung gewesen.

Kommen wir nun zum Beginn unseres Trips. Morgens holten wir unseren Camper in der Zentrale in Perth ab. Er ist schon in die Jahre gekommen (ist auch ein Budget Camper, wobei dafür ist das Ding noch echt teuer) aber für uns reicht es absolut. Die Küche hat alles was man braucht (inkl. Mikrowelle und Kühlschrank) und auch sonst gibts alles was man zum Campen benötigt. Also nach der Übergabe ging es dann erstmal nach Aldi. Klar, wohin sonst ;) ne aber das ist wirklich der günstigste Supermarkt hier. Leider bisher nur in Perth gefunden. Jedenfalls war danach der Camper und all seine Stauflächen voll mit Lebensmitteln. Im Baumarkt haben wir uns noch eine Solarlichterketter gekauft. Stimmung undso. Und dann ging es auch schon los. Das Lenkrad auf der rechten Seite war tatsächlich gar nicht das Problem, daran gewöhnt man sich schnell .. das Blinker und Scheibenwischer ja auch vertauscht sind dafür schon mehr :D
Wir haben uns über eine APP (von Travelbarn, zeigt fast alle Campingplätze, öffentliche Toiletten, Tankstellen und so weiter an) einen Platz ausgesucht der ca. 250km weiter war. Nach dem verlassen von Perth ist echt nicht mehr viel los auf den Straßen. Man darf zwar nur 110 km/h fahren aber dafür gibt es selten Stellen wo man Bremsen muss. Super entspanntes fahren. Die Letzten 30km gingen dann auch direkt das erste Mal über nicht geteerte Straßen aber auch das schaffte unser kleiner Van sehr gut.
Unser erster Platz war eine Art Mini-Bauernhof mit Schaafen, Eseln und Alpakas. Viel los war hier nicht aber sehr angenehm ruhig. Wir durften auch direkt bei der Fütterung der Lämmchen und Esel helfen. Da es sich um verwaiste Lämmchen handelte durften wir die kleinen mit der Flasche füttern. Was natürlich super süß war.

lamarama

Leider ist es ja wie schon erwähnt immoment Winter in Perth und obwohl es tagsüber angenehme 21 Grad waren ist es nachts richtig kalt geworden. Ich weiß nicht wie kalt aber wir waren froh, dass wir jeder 2 Schlafsäcke hatten und auch einen warmen Pulli. Gut, Nacht überstanden und weiter gehts. 50km von dem Platz waren die Pinnacles, das sind so große Steine die mitten in der Wüste aus dem Boden kommen. Haben wir uns jedenfalls angeguckt. Muss man quasi denn es ist ein Wahrzeichen für die Gegend. Für uns persönlich jetzt leider nicht so spannnend das Ganze, aber seis drum. Für uns aber richtig cool; wir laufen etwas abseits der makierten Strecke und zack, 3 Meter vor uns sind zwei Kängurus und fressen was von den Sträuchern. Unsere ersten LEBENDEN (denn bisher waren alle tot und lagen am Straßenrand die wir gesehen haben). Angst vor Menschen hatten diese beiden jedenfalls nicht ... fraßen einfach weiter und haben sich von uns fotographieren lassen. Hat sich also doch gelohnt.
Und so ging es dann weiter, wir fuhren bis nach Geraldton wo wir für 2 Nächte blieben. Das ist ein ganz normaler Campingplatz wie man sie auch bei uns kennt und die Stadt ansich gehört zwar zu den größten hier aber ist auch nicht wirklich spannend. Der Strandbereich ist superschön, vorallem für Kinder. Sonst gibt es hier nicht viel zu erzählen ;) Wir haben uns jedenfalls wohlgefühlt.

Der nächste Stop war dann der Ort Kalburri. Auf den Strecken gibt es überall coole Sachen zu sehen. Nach Kalburri war das zum Beispiel der Pink Lake. Keiner weiß warum er Pink ist aber ich kann euch sagen, er ist wirklich pink wie unsere Drohnenaufnahme beweist ;).

pinkl

Kalburri ist ein kleiner Ort an der Küste. Viele Surfer und da es die letzte Woche der Ferien war auch voller Kinder aber eigentlich war nicht viel los. Weil die Campingplätze schon überraschend teuer sind haben wir uns entschlossen dieses mal einfach auf einem Parkplatz stehen zu bleiben für die Nacht. An einigen steht dran das dort nicht gecampt werden darf. An unserem aber nicht also dachte wir ... bleiben wir halt da und sparen Geld. Es war auch alles in Ordnung, wir haben gut geschlafen und nichts besonderes in dieser Nacht. Nun zum blöden Teil der Geschichte. Um halb 7 morgens klopfte es an unserem Van. Es war der Ranger und er machte uns dann klar das es überall verboten war außerhalb von Campingplätzen zu stehen. Leider sind auch all meine Versuche fehlgeschlagen, mit einer Verwarnung aus der Sache raus zu kommen und deshalb hat uns der ganze Spaß mal eben 125 AUD (sind ca. 80 Euro) gekostet. Doof gelaufen.
Naja aus Fehlern lernt man und deshalb haben wir bisher das Wildcamping auch komplett sein gelassen. Es gibt durchaus Orte, grade am Highway, wo man umsonst stehen kann für eine Nacht.
Wir wollten in Kalbarri aber auch den Nationalpark sehen. Also suchten wir uns einen Campingplatz leicht außerhalb der Stadt. Der Platz war eine Pferderanch, netter kleiner Ort.
Mit dem Auto ging es dann zum Nationalpark der vorallem berühmt für sein Natural Window ist. Quasi eine Felsformation die ein Fenster ergibt mit einer fantastischen Aussicht dahinter. Hier schlängelt sich auch einer der längsten Flüße Australiens durch die Täler. Sieht super aus. Generell ist die Natur hier in West Australien einfach nur der Wahnsinn, sei es im Land oder am Wasser, atemberaubend.

window
Zu dem Natural Window kommt man so einfach hin das es hier auch recht voll war mit Touristen. Direkt dahinter führt über den Berg auch ein Trail. Also ein Wanderpfad. Den haben wir dann auch in Angriff genommen. Bin ja bekannt dafür gerne zu Wandern :D 9km über Stock und Stein, mal hoch mal runter. Zwischendurch musste man auch richtig klettern. Leute waren hier fast gar keine weil es so anstregend ist. Ich denke wir haben mit 2,5 Stunden schon fast den Rekord aufgestellt ;) Auf dem Flyer wurde dieser Trail mit der schwierigkeit 4 von 5 bemessen, also nicht ohne aber die Aussicht und alles dort macht das wieder wett. Es lohnt sich.

So das waren unsere ersten Tage auf unserem Roadtrip. Es liegen noch viele viele Kilometer vor uns!