'Nein also die Whalesharktour machen wir auf keinen Fall! Viel zu teuer.' In Exmouth angekommen hat es nicht lange gedauert und wir mussten feststellen, hier dreht sich alles um diesen einen Fisch. Plakate, Statuen, Flyer und Autos bemalt im Whaleshark-look sind hier überall zu finden. Also haben wir unsere feststehende Entscheidung nochmal überdacht. 2 Tage haben wir gegrübelt, gerechnet und mit uns selbst gerungen. Zur Auswahl stand noch Whalewatching, da jetzt auch die Buckelwalzeit beginnt und ein richtiger Dive im Ningalooreef (welches auch in den Top 10 der schönsten Tauchgebiete gehört).
Ein paar Touren-Anbieter haben uns nochmal klar gemacht wie unfassbar schön es sei mit diesem Walhai zu schnorcheln. Jeder Penny sei es wert den man dafür ausgibt. Wir dachten uns vlt ist es am sinnvollsten einfach einen Tauchgang zu buchen um dann einfach sowohl Walhaie als auch Buckelwale sehen zu können. Pustekuchen, der Walhai schwimmt nur an der Oberfläche. Lohnt sich also nicht. 
Auch bei der Campingplatz Auswahl im Cape-Range Nationalpark (welcher das Ningaloo Reef beinhaltet) wurde uns klar es ist hier Hochsaison und das wegen diesem Fisch. Wir konnten leider nicht im Nationalpark nächtigen, sondern mussten uns mit einem Tagesausflug zufriedengeben, welcher sich aber zu 100% gelohnt hat. Es handelt sich hier wirklich um erstklassiges Gewässer um schnorcheln zu gehen. Intakte Korallen und große Fische sowie einen Blaupunktrochen und einen Yellow-Boxfisch (wie wir ihn noch nie gesehen haben; schwarz mit gelben Punkten! So schön!) als auch ein paar Schildkröten aus der Ferne konnten wir sehen. Ein Traum. Das machte natürlich Lust auf mehr. 
Es geht hier übrigens um 500 € für 2 Personen. Das ist ne Stange Geld für uns, da wir eigentlich nicht vorhaben Weihnachten wieder Daheim zu sein.
Natürlich haben wir darüber nachgedacht, ob es in Südostasien nicht günstiger ginge. Ein bisschen googeln und 1-2 Videos bei YouTube brachten uns zu dem Ergebnis es zu lassen (zumindest auf den Philippinen). Laut der Erfahrungen dort, scheint das ganze nicht so pro Walhai abzulaufen. Die Tiere werden angefüttert und es gibt einfach zu viele Menschen, die den Walhai wohl auch anfassen usw. Während wir hier in Australien selbst in der Touristenbroschüre (welche jetzt nicht ausschließlich für Walhai-Touris gemacht wurde) Verhaltensregeln nachlesen konnte, falls man im Wasser einem dieser hier heiligen Fische begegnet. Sehr vorbildlich! 
Somit war dann klar, die Philippinen sind raus was das Schnorcheln mit Whalesharks angeht. So. Eigentlich war uns dann nach 2 Tagen rum quälen klar, wir machens! Ich weiß es handelt sich hier um absolute Luxusprobleme. Hochsaison, wenn nicht hier wo dann, once in a lifetime und unsere Bucketlist haben dazu beigetragen das Geld in diese Erfahrung zu investieren.
Spoileralarm! Es hat sich gelohnt. :D
Früh am Morgen ging es für uns los. Wir wurden mit ein paar anderen verrückten Menschen in einen Bus gesteckt und fuhren dann zu unserem Boot. Es wurde uns viel über die Gegend erklärt und natürlich auch noch die Verhaltensregeln. Es konnte möglich sein, dass wir 10 Walhaie treffen oder Einen bis Keinen. That´s nature. Immerhin gab es die Garantie, dass wenn man keinen antrifft, man einen 2. Versuch an einem anderen Tag bekommt. 
Wir waren ca. 20 Leute und wurden in 2 Gruppen aufgeteilt, damit nicht zu viele Menschen um das Tier im Wasser rum Schwimmen. Außerdem, gab es einen sehr ehrgeizigen Fotografen der unbedingt unser Facebook Profilfoto mit dem Walhai schießen wollte. Scheinbar kommunizieren die einzelnen Boote über Walki-Talki wo ein Wal zu finden ist. Außerdem wird darauf geachtet, dass nicht zu viele Menschen im Wasser sind. Es gab also immer nur unsere Gruppe um den Fisch.
Also ja, nachdem wir Flossen, Schnorchel, Neoprenanzug (das Wasser ist doch recht frisch) und Maske bekommen hatten, ging es probehalber erstmal schnorcheln. Das Wasser war der absolute Wahnsinn, man konnte locker bis 9 m auf den Boden schauen. Natürlich war allein das Probeschnorcheln mega geil. Ningaloo ist einfach WOW.

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Gerade erst wieder an Deck dauerte es auch nicht lange und ein Walhai wurde gesichtet.
Dann hieß es: 'Group one, go, go ,go'. Und ab ins Wasser.
Es gab schon recht hohen Wellengang da so im offenen Meer, aber mit unseren Flossen haben wir es dann zum besagten Tier geschafft. In seiner vollen Pracht von ca. 7-8 m schwam er ganz entspannt durchs Meer. Seine Schwanzflosse erinnert an einen gefährlichen Hai, aber betrachtet man sein Gesicht mit diesen winzigen Äuglein und diesem riesigen Maul, was irgendwie immer offen steht, weiß man der tut nichts! :D
Unser besonders ehrgeiziger Fotograf hat auch versucht von jedem ein Whaleshark Foto zu schießen. Hat auch mehr oder weniger funktioniert. Seht selbst. ;)

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Nach ca. 10 min ging es wieder rauf aufs Boot. Und es dauerte nicht lange, da konnten wir auch noch ein 2. Mal mit unserem neuen Freund schnorcheln. Es scheint dem Tier auch nichts auszumachen, da er gelassen weiter schwamm. Übrigens leben Walhaie nicht nur an der Oberfläche, wenn also kein Interesse darin besteht, dass wir dem Fisch hinterher schwimmen, taucht er einfach 100 m in die Tiefe und das wars. Doch unser Walhai hatte kein Problem damit. 
Nun zu einem anderen ziemlich coolen Highlight, als es nämlich hieß, zurück aufs Boot konnte man vom Wasser aus Buckelwale sehen. Es schossen um uns herum die ganze Zeit richtige Fontänen aus dem Wasser. Das war der absolute Wahnsinn.
Auf dem Boot angekommen konnte man in der Ferne noch mehr Wale sehen, sogar wie sie sich wie auf einer Postkarte aus dem Wasser schmeißen oder nur ihre Hinterflosse aus dem Wasser zogen. Soooo geil!
In Australien stehen Wale besonders unter Schutz daher ist es verboten zu nah an die Tiere ran zuschwimmen oder mit dem Boot zufahren. Da der Walhai ein Fisch ist, darf man mit einem gewissen Abstand also ran schwimmen. Es macht wirklich den Anschein als bemühen sich hier alle der Natur zuliebe. Müll sieht man fast überhaupt nicht. Strände oder auch der Busch sind wirklich unglaublich sauber. 
Naja wir konnten noch ein zwei weitere Male mit dem Walhai schwimmen und als der Schnorchelgang danach beendet war, wurde mit Champagner angestoßen. Der Tag war für uns einfach super. Wir wurden rundum versorgt (mir als Veganerin wurde auch extra was gekocht) und wir haben wieder einmal die Unterwasserwelt mehr lieben gelernt. Das Geld wars wert.