Unser nächster Stopp führte uns in einen der beliebtesten Nationalparks von ganz Australien. Hier gibt es wirklich jede Menge Nationalparks, aber dieser hier wurde immer wieder erwähnt. Mit jeden mit dem wir uns über unsere Reise unterhalten haben, wurden wir auf den Karijini Nationalpark aufmerksam gemacht. Also keine Frage! Der Park stand mit auf dem Programm.
Von Exmouth über Karratha (2 Tage Stopp und Vorräte auffüllen), sind wir dann bis zu einem kostenlosen Rastplatz nähe des Parks gefahren. Und das war direkt einer der schönsten Plätze bisher. Hoch gelegen auf einem Hügel gab es hier nichts außer Natur und ein paar andere Camper. Da die nächste Stadt etwas weiter Weg war, konnten wir wieder den Sternenhimmel bestaunen.  Es gab keine Toiletten oder sonstige Einrichtungen aber das war für eine Nacht absolut in Ordnung. Das nimmt man dann gerne in Kauf.

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Früh morgens ging es dann 50km zum Eingang des Parks. Wir mussten vorher im Internet unseren Stellplatz buchen da es nur eine begrenzte Anzahl gibt. Das mussten wir ja schon in dem Nationalpark nähe Exmouth schmerzlich erfahren. Dort hatten wir keinen Platz bekommen.
Nunja wir wollten 2 Nächte bleiben. Der Campingplatz hat auch nichts außer eine sogenannte Longdrop Buschtoilette. Aber sauber und kein Gestank!
Sonst gab es einfach nur Natur pur. Man hatte richtiges Outback-Feeling. Nachts war der Sternenhimmel der absolute Wahnsinn! So viele Sterne inkl. Milchstraße deutlich zu erkennen. Wunderschön. Nachts keine Beleuchtung. D.h. man musste auch mit Taschenlampe aufs Klo. Übrigens auch toll, dass man auf der Toilette darauf aufmerksam gemacht wird (Schilder) welche Schlangen sich hier blicken lassen und was bei einem Biss zu tun ist. Tolles Gefühl, wenn man bedenkt, dass die Rohrtoilette nicht der Abwasserkanalisation die wir aus Deutschland kennen gleicht... Ich kann euch beruhigen, wir haben keine Schlange gesehen. Auch keine Spinne oder so. Langsam glaube ich, die gibt es hier überhaupt nicht.

Naja vom Stellplatz aus machten wir uns dann auch direkt auf in Richtung der ersten Schlucht bzw. Wasserfalls (auch Gorge genannt). Wir mussten nur ein paar Minuten laufen und hatten einen super Ausblick von oben über die ganze Schlucht und den Wasserfall mit seinem Naturpool. Einige Leute tummelten sich um den Wasserfall, aber bei dem Anblick auch kein Wunder. Es war auf jeden Fall nicht überlaufen.
Eine Treppe führte den ganzen weg runter. Sehr angenehm.
Es gab einen Trail der durch die ganze Gorge bis zum anderen Ende führte wo ebenfalls ein Wasserfall auf uns wartete. Es ging über 3km ein Stufe 4 Weg. Also über den Bach, Steine und Felsvorsprünge mussten wir teilweise klettern.

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Sowas macht richtig Spaß und am Ende war da dieser schöne Pool und sogut wie keine anderen Leute! Leider ist das Wasser dann doch sehr frisch, weil dort kaum Sonne hinkommt. Haben uns dann entschieden nicht dort schwimmen zu gehen sondern lieber wieder den Weg zurück zum anderen Ende zu nehmen und uns da eine Erfrischung zu gönnen.

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Nachdem sich Melina eine Fußpediküre vom Steg aus hat geben lassen (jede menge kleiner Fische die sich über die Hautschüppchen her machen sobald man sie ins Wasser tunkt) sind wir dann rein gesprungen. Das Wasser war herrlich. Kalt aber nicht zu sehr.
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Als es dann auch Richtung Dämmerung ging sind wir zurück zum Van und haben erstmal Abendessen gekocht und ein wenig Netflix geguckt (mussten sparsam mit dem Akku sein, da es ja kein Strom dort gab ;)) Internet und so übrigens auch absolut gar nicht).
Tag 2 führte uns zu einem weiteren Gorge. Ist allerdings recht weit weg und wir mussten erstmal 80km fahren. Man hätte auch in 35km da sein können aber wie so oft war auch dieser Weg nur für 4WD Fahrzeuge ausgelegt. Wozu unser Mietcamper leider nicht gehört und es würde auch keine Versicherung greifen wenn was passiert. Also außenrum! Die zweite Schlucht nannte sich Joffre Gorge und war ebenfalls der Hammer. Auf dem Weg ganz nach unten war wieder einiges an Kletterei gefragt (diesmal sogar Stufe 5) aber unten angekommen wurden wir mit einem wunderschönen und ruhigen Ort belohnt. Also spaßiges Klettern und eine wunderschöne Natur, quasi win win ;) Man kann kaum beschreiben wie es dort aussieht ... Ein Wasserfall und mehrere Becken die sich durch die Schlucht schlängeln. Nur ein paar Menschen die sich dorthin verirrt haben, sonst einfach nur Stille. Kurz sind wir auch schwimmen gegangen aber es war dann doch ein wenig; ich sag mal frisch :D

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Auf dem Rückweg haben wir dann noch am Mt. Bruce halt gemacht. Der zweithöhste Berg Australiens. Zugegeben wir waren zu faul um den 9 Stunden Trail bis zur Spitze auf uns zunehmen. Ein kleines Stück des Trails sind wir hoch gelaufen um die Aussicht zu genießen. Weit und breit einfach nur Natur auf der einen Seite, auf der anderen erstreckt sich eine riesige Eisenerzmine. Generell ist hier in der Gegend Bergbau das absolut bestimmende Merkmal. Roadtrains fahren hier im Minutentakt über die Pisten. (Roadtrains sind LKW´s die bis zu 4 Anhänger hinter sich herziehen und teilweise 60 m lang sind). Die Dinger sind einfach nur nervig. Fahren schneller als Erlaubt aber trotzdem noch zu langsam um hinter ihnen her zufahren. Nervige Strecke. Doch der Karijini Park ist es wert diese Strecke zu fahren.
Wer mal in der Gegend sein sollte, darf sich das nicht entgehen lassen! Am besten aber mit einem 4WD Wagen um auch die abgelegenden Gorges besuchen zu können auf die wir jetzt verzichten mussten.
Nach einem Zwischenstopp in Port Hedland sind wir dann endlich in einem etwas belebteren Küstenstädtchen angekommen... in Broome...