Kununurra.

Von Broome ging es über Fitzroy-Crossing (winziger Ort der aber sehr viele Wallabys auf seinem Campingplatz hatte) nach Kununurra. Das an Christophs Geburtstag. Der Zeitpunkt war etwas blöd gewählt aber es musste nun endlich weiter gehen. In Broome haben wir uns echt lange aufgehalten. Vor uns lag ein Fahrtag von 700 km. Also saßen wir den ganzen Tag im Auto. Umso schöner, dass wir mit einem wunderschönem Campingplatz der direkt an einem See lag, belohnt wurden. Der eigentliche Grund weshalb wir diesen Platz ausgewählt haben war, dass in den Online-Bewertungen von einem Krokodil die Rede war, welches sich immer zur selben Zeit am Campingplatz blicken lässt. Wir haben es leider nicht gesehen... war vielleicht im Urlaub oder so. Trotzdem hat es sich gelohnt diesen Platz zu wählen.
Aber seht selbst :) 

see

Allerdings gab es noch ein anderes Highlight welches wir uns nicht entgehen lassen wollten. Eine Tour zu Kangaroo-Haven. Also, das war für mich eine der schönsten Momente in ganz Australien.
Es gibt eine unglaublich tolle Frau namens Mandy. Mandy hat vor 16 Jahren Kangaroo-Haven gegründet. Bei ihr werden verwaiste oder verletzte Kangaroos so aufgepeppelt, dass sie wieder in die Wildnis ausgesetzt werden können. Insgesamt hat sie schon 684 freilassen können. Für eine wirklich winzige Spende von 10 $ pro Person durfte man einem kleinen Kangaroo die Flasche geben und jede menge Fragen stellen. Die Tour durch ihr Zuhause dauerte etwa 1,5 Stunden. Im Wohnzimmer angekommen gab es ein kleines Bett in dem die ganzen Beutel aufgehangen waren, woraus die kleinen Kangaroos mit ihren unglaublich süßen Schnuten rausschauten. Kaum waren wir im Zimmer angekommen haben wir auch schon ein Baby mit Beutel in die Hand gedrückt bekommen. Ich bin dahin geschmolzen. Als wir dann im Wohnzimmer fertig waren ging es dann zu den älteren Tieren die aber auch noch die Flasche bekommen. Kangaroos trinken bis zu 14 Monaten Milch. Also haben auch die größeren Tiere die Flasche bekommen. Süß einfach süß. Jedenfalls erzählte sie uns viel über die Geschichten. Jedes hatte einen Namen und Mandy wusste genau wer aus welchen Grund bei ihr gelandet ist. Der Hauptgrund für verwaiste Kangaroo Babys sind Autounfälle. Da die Tiere gerade bei Nacht sehr aktiv sind, hat man schnell ein Kangaroo auf dem Gewissen wenn man zu später Stunde noch Auto fährt. Wir sind einmal in der Dämmerung gefahren und mussten wirklich aufpassen. Sobald die Sonne untergeht sieht man überall Kangaroos am Straßenrand. Daher sind wir immer nur bei Tag gefahren. Man sieht wirklich unzählige tote Tiere auf der Straße. Oft sind es dann auch Muttertiere welche dann im Beutel noch ein Baby haben. Genau diese Babys sind dann meist die Überlebenden, die dann aus dem Beutel noch gerettet werden und zu Mandy gebracht werden. Oft haben auch die Babys Schaden davon getragen. So sind Brüche oder Schürfwunden kein Einzelfall. Auch Aßfresser machen sich dann an den noch lebendigen Tieren zuschaffen. Meist bekommt Mandy sie wieder hin. Man muss sich mal vorstellen, dass sie selbst noch einen normalen Job ausübt um all das zu finanzieren. Die paar Spenden reichen da leider meist nicht. Einge Kangaroos können z.B. auch nicht ausgewildert werden. Das eine ist blind, das andere hatte irgendwelche komplizierteren Brüche und ist nicht mehr so agil. Oder ein gesundes Kangaroo freundet sich mit einem behinderten an und will genau bei diesem Tier bleiben.

kang
Ja schon sehr ergreifend. Für mich wäre das auch der perfekte Job. ;) Es leben nicht nur Kangaroos sondern auch viele Vögel, wie Emus, Kakadus, Frogmouth und andere Greifvögel dort. Manche werden ausgewildert, andere schaffen es leider nicht mehr in die Freiheit und bleiben bei Mandy. Jedenfalls war diese Tour ein Ereignis welches wir so schnell nicht vergessen werden. Toll, dass es so Menschen wie Mandy gibt.
Die letzte Nacht haben wir dann mit direktem Seeblick verbringen dürfen bevor es am nächsten Tag weiter ging.

Wir wussten wir werden nun Western Australia verlassen und die Grenze zu Northern Territory überqueren. Irgenwie sollte dieser Tag positiv in Erinnerung bleiben, da wir so viele Kilometer geschafft haben und einfach eine unglaublich schöne Zeit hatten. Leider wird dieser Tag aber auch immer ein Trauriger bleiben. Nachdem wir die Grenze überquerten, wollten wir einen Tag auf einem kostenlosen Platz stehen um ein wenig Geld zu sparen. Wir wussten wir würden spät ankommen also hätte sich das Geld nur zum "schlafen" für einen kostenpflichtigen Platz nicht gelohnt. Unser eigentliches Ziel war Mataranka mit den Bitter Springs, aber dazu später.
Ungefähr 20 km vor unserer kostenlosen Rastplatz hat mich bei 120 km/h ein Kakadu Schwarm mit ungefähr 10-15 Vögeln geschnitten. Sie sind einfach von jetzt auf gleich sehr flach über die Straße geflogen. Ich hatte nicht mal Zeit zu realisieren was eigentlich passiert. Es knallte! Wir wussten ich hab einen erwischt. Scheiße!!! Also angehalten, umgedreht und nachgeschaut. Leider lag am Straßenrand ein Kakadu. Er konnte nur noch seine Augen bewegen und atmete sehr schnell. Es lief ihm Flüssigkeit aus dem Schnabel. Weit und breit keine Menschenseele und auch kein Telefonnetz. Wie sehr hätte ich mir einen Ranger gewünscht der das Tier schnell erlöst. Wir wussten beide, das Tier ist nicht mehr zu retten. Es aber liegen lassen bis es sich zu Tode quält, kam auch nicht in Frage. Schließlich würde es nicht lange dauern bis die ersten Aßfresser kommen. Also einzige Möglichkeit: nochmal drüberfahren. Was ich dann auch gemacht habe.
Bedauerlicherweise mussten wir feststellen, dass es nicht bei dem einem Vogel bleiben wird. Gleich am nächsten Tag Richtung Mataranka das gleiche Spiel mit 2 kleinen Papageien. Die waren aber Gott sei Dank direkt tot. So gibt es auch auf Reisen, Tage die man lieber aus dem Leben streichen möchte.
Aber es sollten auch wieder schöne Tage folgen. Wie zum Beispiel in Mataranka ...