Der Tag war gekommen um endlich die wohl bekannteste und touristischste Insel Südostasiens zu besuchen. Viele waren schon mal da, für uns war es aber das erste Mal. Es ging nach Bali (Bali gehört zu Indonesien, für alle, die das nicht wissen ;) ). Wir haben wirklich darauf hingefiebert. Wir wussten nämlich, dass uns unsere Freunde Kai und Yvonne auf Bali besuchen kommen. Und wir dann endlich mal wieder jemanden aus der Heimat treffen würden. Wir waren bereits 8 Tage vor unserem Besuch auf der Insel angekommen. So besuchten wir die kleine Schwester Balis: Nusa Penida und später dann noch Nusa Lembongan.

Wie so oft sind wir nachts gelandet, also hieß es erstmal ins Hotel (direkt am Flughafen) und eine Runde schlafen. Wir haben gelernt das nachts ankommen, ohne Schlafplatz, wirklich alles andere als komfortabel ist. Ausgeschlafen machten wir uns am nächsten Tag dann auf zur Fähre. 40 Minuten sollte die Überfahrt dauern, aber mir bekam das ganze gar nicht, irgendwie hatte ich mit Seekrankheit zu kämpfen. Naja egal. Irgendwie hab ich das überstanden und wir kamen auf Nusa Penida an. Die größte Insel der drei Nusa´s dort.
Mit einem vermutlich viel zu teuren Taxi (selbst nach handeln) sind wir dann zur Unterkunft und auf dem Weg dorthin war mir schon klar; das ist nicht meine Insel. Es gab quasi nur eine Straße und die war viel zu eng und sah aus als ob jemand einfach Teer hingeworfen und glatt gezogen hat. Überfüllte Straßen zu jeder Tageszeit Nix von wegen entspanntem Inselleben. Hier jedenfalls nicht. Das Hotel war einfach aber absolut in Ordnung. Die Familie denen das Guesthouse gehörte war mega freundlich. Essen konnten wir hier auch richtig gut, so gab es fast jeden Tag zum Frühstück ne Bowl.
bowl

Da man hier 'zu Fuß' gehen echt vergessen kann, haben wir uns natürlich einen Roller gemietet. Der war echt furchtbar. Bei Ausflügen deren Wege Steigung beinhalteten kamen wir teilweise nicht hoch. Manchmal hats gereicht, wenn Melina läuft aber teilweise musste ich auch absteigen und schieben. Man muss dazu sagen, es lag am Roller! So düsten wir zu einem eher weniger touristischen Ziel.
Einem Hindutempel in einem Berg. Das war ziemlich cool, man musste durch ein sehr enges Loch hineinklettern. Innen war dann aber jede menge Platz und es sah schon sehr beeindruckend aus. Der Ort hatte etwas Magisches, auch für nicht religiöse Leute. Generell ist die Hindu-Kultur auf Bali sehr speziell. Da hier jeder so sein eigenes Ding macht, was ich persönlich richtig cool finde. Man hat das Gefühl, jeder kann seinen Hinduglauben so leben wie er möchte. Btw. gehören kleine Opfergaben zum Alltag, so werden mehrmals täglich kleine Schalen mit Keksen, Blumen, Wasser und einem Räucherstäbchen an die Straße gestellt. Ein sehr prägendes Merkmal sind dann die Gerüche Balis, wenn von überall Räucherstäbchen duften.
An einem anderen Tag ging es zum Schnorcheln nach Crystal Bay. Obwohl man vom Strand aus direkt los schnorcheln konnte, hat es aber nur bedingt Spaß gemacht. Es waren super viele Touris da und permanent standen Leute in den Korallen (dafür sind Wasserschuhe nicht gedacht!) und zerstören somit das Korallenriff. Also ein schöner aber nicht geschützter Ort der bald leider keine intakten Korallen mehr beherbergen wird.
Natürlich haben wir von der Mantarochen Reinigungsstation auf Nusa Penida gehört. Reinigungststaion deshalb weil, die Mantas hier von kleineren Fischen geputzt werden. Da wir solche bisher nicht gesehen haben, stand für uns schnell fest, dass wir hier tauchen gehen müssen! Auf Penida gab es den selben Anbieter, mit welchen wir auch in Malaysia tauchen waren und da wir mit denen so zufrieden waren, haben wir auch hier Scuba Junkies ausgewählt. Ich machs kurz; der erste Tauchspot war ebenfalls am Crystal Bay und war schön aber wie Melina sagte "mehr Taucher als Fische". Dann ging es zu den Manta´s. Wir haben einige gesehen, der größte so circa 4 Meter Spannweite, und das war richtig cool! Auch wenn das Wasser saukalt war (22 Grad ist für Taucher sehr frisch). Beim dritten Spot war nix los obwohl hier die Korallenriffe mindestens genauso schön waren, wie in Crystal Bay. Es war ein sehr entspannter Drift Dive (mit der Strömung treiben lassen). Unser Fazit: Ohne Tauchen wären wir sehr enttäuscht von Nusa Penida gewesen.
Ein paar Tage auf Penida reichen also und darum sind wir auch zur nächsten Insel Nusa Lembongan gereist. Mit einem kleinen Schiff war man in 15 Minuten da. Auch hier war der Tourismus angekommen aber wesentlich weniger und entspannter. Wir hatten eine kleine Anlage, 50m vom Strand entfernt und einige sehr gute Restaurant in der Nähe. Wir laufen eigentlich echt gerne zu Fuß rum. Ist entspannt und man nimmt alles um sich herum viel besser wahr. Hier war das noch möglich. An einem Tag haben wir uns einen Roller gemietet und die ganze Insel inklusive der dritten, sehr kleinen, Insel Nusa Ceningan (ging über eine abenteuerliche Brücke) erkundet. Ein Tag reicht locker, um sich alles anzusehen. An einem Aussichtspunkt, wo die Wellen gegen die Klippen schlagen und sehr hohe Fontänen erzeugen waren wir auch. Das krasse war aber das wir ein umgedrehtes Boot und jede menge Rettungswesten etc. dort im Wasser gesehen haben. Erst ein wenig später haben wir erfahren, dass dort am morgen 2 Touristen bei einem Ausflug gestorben sind. Das Boot hat sich den Klippen zu sehr genähert und ist gekentert. Furchtbar!
Für uns ist die Zeit dort aber auch mit einem persönlich ganz schwarzem Tag einhergegangen. Unser geliebter Kater Murmel musste eingeschläfert werden. Jeder der uns besser kennt weiß, dass wir den kleinen geliebt haben. Wir haben ein wenig gebraucht, bis wir uns wieder über Sachen freuen konnten, denn leider wissen wir jetzt auch, dass wenn wir nach Hause kommen, unser Zuhause nicht mehr dasselbe ist :´( Ruhe in Frieden kleiner Freund.
Es ist dann vielleicht genau richtig, dass wir schon in wenigen Tagen unsere Freunde wiedersehen werden, um uns auf andere Gedanken zu bringen. Und so begann das richtige Bali für uns, gemeinsam mit unseren Freunden...