Urlaub auf unserer Reise. So ungefähr haben wir uns das vorgestellt, wenn wir Bali bereisen werden. Mit dem Besuch von Kai und Yvonne war es etwas ganz anderes als bisher. Wir haben bereits vor der Reise sämtliche Unterkünfte gebucht gehabt und wussten so schon sehr lange was wir hier eigentlich machen. Auch vom finanziellen her lag es über unserem sonstigen Budget für Südostasien, aber das war okay und auch so gewollt. Es sollte sich eher wie Urlaub anfühlen und das tat es!
Angefangen haben wir in einem kleinen Resort in Uluwatu, im Süden Balis. Wir kamen direkt von Nusa Lembongan dorthin und konnten so für uns alle einchecken, denn unser Besuch sollte erst gegen 1 Uhr nachts ankommen. Die Anlage war super schön, relativ klein aber sehr ordentlich und grün angelegt. Den Pool hatten wir meistens für uns alleine. Obwohl wir nicht weit vom Dreamlandbeach waren, war sonst um unser Hotel fast nichts los. Aber nicht so schlimm ... wie immer haben wir uns Roller ausgeliehen.
Als nachts Kai und Yvonne ankamen, waren wir schon super müde (haben auf Reisen eher so den Rentnermodus, früh schlafen und früh aufstehen ;) ) aber auch so froh die Beiden endlich sehen zu können. Echte Freunde aus der Heimat. Wir tranken noch ein Willkommensbier und wechselten ein paar Worte, aber gingen dann alle erschöpft ins Bett.
Da unsere Jetlag geplagten Gäste nicht vor 13 Uhr aus dem Bett kamen, ging der Tag dann sehr ruhig los. Sei es ihnen gegönnt :).
Uluwatu hat einige sehr schöne Strände zu bieten und wir haben uns in den Tagen dort auch viele davon angesehen. Manche mit schönen Klippen, andere lang gezogen mit vielen Wellen. All zu viel haben wir eigentlich nicht gemacht sonst. Wir hatten einfach Spaß daran gemeinsam die Umgebung zu erkunden, gut zu essen (auch die berühmte Erdnusssauce) und im Pool rumzuhängen. Am Strand von Pedang Pedang haben wir sogar eine Wasserschlange gesehen, die an einem Felsen entlang schlich. Wahnsinn, dass wir sowas bei all unseren Tauch- und Schnorchelgängen noch nie gesehen haben und dann hängt da einfach eine rum.

bali snake

Außerdem saß plötzlich ein großer Affe hinter uns am Felsen, was erstmal gar keiner bemerkte. Keine Ahnung wie lange der da eigentlich saß und seine Snacks futterte. Nom nom. Erschrocken haben wir uns dann jedenfalls ordentlich.
Eine Sache war aber doch sehr 'besonders'. Wir hatten eine unschöne Begegnung mit einem bestimmt sehr integren Polizisten. Auf dem Weg zum Padawang Beach wurden wir mitten auf der Straße raus gewunken. Und da wir keinen internationalen Führerschein dabei hatten (hatte nur meinen EU-Führerschein dabei, der andere lag im Hotel) durften wir zahlen. Laut des Polizisten hätten wir ja noch Glück, dass er pro Pärchen nur 20 Euro verlange. Ich denke, jeder kann sich denken was mit unserem Geld passiert ist. Der Tag war für mich gedanklich im Eimer. Aber bisher war es das einzige mal das wir mit so jemanden in Kontakt gekommen sind, also speicher ich das mal unter 'Erfahrung' ab und gut ist.
Ein paar Tage später war dann der Geburtstag von Melina und Kai. Die beiden haben am selben Tag Geburtstag und darum dachten wir, vernünftig feiern zu gehen. Also ging es für 2 Nächte in die Partyhochburg von Bali. Nach Kuta. Kuta hat nämlich so den Ruf des australischen Ballermann. Im nachhinein nicht unsere beste Idee aber naja. Das Hotel war mega schön aber auch etwas über unserem Budget. Gefeiert haben wir dann erst in einer kleinen Bierbar wo super Livemusik gespielt wurde (fast alle unsere Wünsche haben sie gespielt) und später in zwei der größeren Discos. Tatsächlich waren die Discos ganz okay, aber man merkt halt, wir sind nicht mehr die Jüngsten ;) . Also generell ist Kuta sehr laut, stressig und der Tourismus, grade von jüngeren Feierurlaubern ist hier allgegenwärtig. Sprich; nicht so unser Ding!
Und so ging es auch schon weiter nach Ubud, wo ich besonders drauf gespannt war. Hatten wir uns doch eine kleine private Villa mit eigenem Pool für fast eine Woche gemietet. Es war wirklich nicht groß. Zwei Schlafzimmer, eine Küche und eine sehr große Terrasse. Hier nennt man sowas Villa. Und natürlich mein gewünschter Privatpool! Was soll ich sagen? Es war super da. Ruhig, schön grün (einmal kam sogar ein Waran vorbei sowie ein paar Glühwürmchen) und wir hatten alles für uns privat. Fast jeden Abend verbrachten wir mit diversen Spielen (unser selbstgemachtes Musikquiz war super!), ein/zwei Captain oder im Pool. Genauso habe ich es mir vorgestellt und gerne wäre ich noch länger dort geblieben.
Ubud an sich ist nicht so wie erwartet. Vorher hieß es, es wäre die Hippiestadt und ganz anders. Naja war es irgendwo auch, aber es war super voll und extrem touristisch. Mit dem Roller haben wir des öfteren im Stau gestanden, obwohl unsere Unterkunft nur 1,5 km von Ubud entfernt war. Aber alles nicht so dramatisch, wir hatten ja unser Privatdomizil und einen großen Supermarkt sowie einige Restaurants direkt in der Nähe. Außerdem sind wir zu den Reisterrassen gefahren und waren in der sogenannten Silberstadt, wo wir bei der Bearbeitung der Schmuckstücke sogar zusehen konnten.

bali reis
Melina wollte unbedingt Partneryoga machen; haben wir zwei dann auch gemacht. Das erste Mal, dass ich überhaupt Yoga ausprobierte und dann gleich mit Hebefiguren undso. Aber! Es hat sogar richtig Spaß gemacht. Wobei diese Art von Yoga mehr an Sport erinnert, als an Yoga wie man es sich vorstellt. Vielleicht hat es mir deshalb soviel Spaß gemacht ;). Außerdem war es schön, in diesem Kurs Menschen aus der ganzen Welt zu treffen. Generell ist Ubud für gesundes Essen, Yoga und alternativeren Lebensstilen sehr bekannt. So war hier das Angebot an veganen Restaurants echt enorm groß. Das hat natürlich der Tourismus mitgebracht; was Melina aber sehr freute. 
Ein weiteres Highlight war unser Kochkurs. Wir wurden auf eine Farm gefahren, wo wir unsere Zutaten zum großen Teil aus dem heimischen Garten selber ernten konnten, um dann verschiedene balinesische Gerichte zu kochen. Melina und ich haben die vegane Variante und Kai und Yvonne die Normale gekocht. Ein richtig lustiger Tag wo wir wieder einiges über die Kultur der Balinesen erfahren durften und gleichzeitig SEHR gut gegessen haben.

bali koch
Kommen wir nun zum letzten Ort den wir gemeinsam genießen durften. Es ging nach Candidasa im Osten von Bali. Nach einer zwei Stunden Fahrt von Ubud aus, kamen wir in einem kleinen Resort direkt am Meer an. Der Ort selbst besteht aus nur einer Straße und es war nicht sonderlich überlaufen. Hier ließ es sich gut aushalten. Wie überall haben wir uns auch hier einen Roller gemietet und diesmal handelte es sich um zwei richtige Rennmaschinen. Da war schon ordentlich was hinter. So waren auch die ganzen Berge und Überholmanöver kein Problem. Ich glaub besonders Kai hatte viel Spaß, denn ihm hinterher zu fahren, war gar nicht so einfach. Jede kleine Lücke nahm er für ein Überholmanöver.
So fuhren wir auch zu einem Tempel der auf einem Berg gelegen war. Leider kann man dort nur zu Fuß rauf und musste über 2 km Bergauf laufen. Mit der Zeit war uns dann auch klar, warum wir hier die Einzigen waren :-P . Einige schweißtreibende Zeit später, waren wir dann oben angekommen. Leider war der 'Tempel' nicht so besonders, wie wir dachten. Es war wie gesagt auch keine Menschenseele vor Ort und so konnten wir wenigstens den fantastischen Ausblick direkt auf den Ozean und in der anderen Richtung auf den riesigen Vulkan Mt. Agung in Ruhe genießen. Ach ja überall auf dem Weg waren Affen die wir teilweise mit Stöcken auf Abstand gehalten haben.

bali tem

Einen Tag später stand dann auch für Yvonne und Kai ihr persönliches Highlight an. Sie wollten sich am Virgin Beach noch einmal das Ja-Wort geben (sind seit 8 Jahren verheiratet). Keine Ahnung wie die Beiden es bei der Hitze in Kleid und Anzug ausgehalten haben. Es war eine kleine Zeremonie am Strand mit einem balinesischen Geweihten. Da wir die einzigen Gäste waren, gab es mehr Kuchen und Wein für uns! Ich denke es hat dem Brautpaar gut gefallen und beim anschließenden Fotoshooting sind wir unter anderem noch zu einem Wassertempel gefahren. Der Tag war schön und anstrengend zugleich. Wir hoffen einfach nur, dass den Beiden das ganze gefallen hat, denn darum ging es. Am nächsten Tag stand dann noch ein weiteres Fotoshooting für das Brautpaar an. Wo wir dann aber nicht dabei waren.

bali hochz
Da die Zeit nicht mehr wirklich zum Tauchen reichte (was wir eigentlich unbedingt Kai und Yvonne näher bringen wollten) aber man die Unterwasserwelt hier nicht verpassen darf, entschieden wir uns alternativ noch schnorcheln zu gehen. Einmal ging es zur Blue Lagoon, ein Riff welches man direkt vom Strand aus erreicht und einmal mit einem privaten Local, der uns zu einem schönen Spot mit seinem Boot gefahren hat. Beide Male waren wirklich super. Die Korallenwelt noch intakt und jede Menge bunte Fische direkt vor der Nase. Leider keine Schildkröten (haben immerhin zwei vom Resort aus gesehen) aber Nemo´s, Calamaris und Triggerfische waren dabei. Ich genieße es immer wieder im Meer zu sein und einfach alles zu beobachten!
Und dann kam der letzte Tag. Leider hatten die Zwei nicht mehr Urlaub und wollten auch nicht kündigen, um mit uns weiter zu reisen. Was ne Frechheit! ;) . Für uns ging es noch für ein paar Tage nach Canggu, also war Abschied angesagt. Es war nicht einfach, hatten wir doch eine tolle Zeit. Aber wir wussten ja, dass wir sie bald Zuhause wiedersehen werden. Es war uns eine Freude Kai und Yvonne! Schön, dass ihr da wart! :-D

Alleine reisten wir dann wie gesagt nach Canggu, um dort die letzten Tage vor unserem Weiterflug zu verbringen. Canggu war überraschend schön. Zwar auch hier war es voll, gerade am Strand. Der war aber riesig und hatte wunderschöne Sonnenuntergänge. Auch jede Menge gute und günstige Restaurants gab es hier. Vegan ist überall und Sushi auch.

Ein neues Abenteuer stand an, ein neues Land und zum ersten mal Couchsurfing! In...SINGAPUR!!!