Angekommen auf den Philippinen hatten wir noch einiges an Weg vor uns. Wir mussten von Cebu rüber zur Insel Bohol um dann mit einem Tricycle zu unserer Unterkunft zukommen. Tricycles sind übrigens die Tuk Tuks der Philippinen. Ein Motorrad mit einem kleinem Beiwagen seitlich montiert. Wir waren doch recht verwundert, dass Christoph und ich samt Backpacks ohne zögern mitgenommen wurden. Später stellten wir dann fest, dass auch 8 Leute auf dieses Fahrzeug passen. Jedenfalls wurde es schon dunkel und es regnete. Der Fahrer hatte leider keine Scheibenwischer, so hielt er an um mit einem Bananenblatt die Scheibe sauber zu machen. Was leider nicht lang anhielt. Straßenverhälnisse auf den Philippinen sind recht gut. Nur sind die Straßen nicht besonders beleuchtet, was die Fahrt doch etwas abenteuerlich gestaltete.
Angekommen in unserer Unterkunft (ein kleiner Familienbetrieb) wurden wir nett empfangen. Das Zimmer war aber eher so lala. Ich würde sagen für Backpacker aber okay. Schließlich gab es einen Pool und einen Roller inklusive. Eigentlich stand für uns dann auch schnell fest mehr als die gebuchten 2 Nächte wollen wir nicht bleiben.
Da Panglao besonders für Taucher interessant ist, hielten wir nach einer Tauchschule Ausschau. Tauchschulen gibt es wie Sand am Meer auf Panglao. So haben wir einfach Preise verglichen und uns für einen Koreaner entschieden. Sonst befürworten wir immer Tauchschulen von Locals, diesmal war der Preis ausschlaggebend, warum wir uns dagegen entschieden haben. Um ehrlich zu sein, besonders wohl hab ich mich nach der Terminvereinbarung nicht gefühlt. Normalerweise sollte gefragt werden, wann der letzte Tauchgang war und der Tauchlehrer will eigentlich IMMER den Tauchschein sehen. Fehlanzeige. Davon abgesehen wurde nicht mal nach unseren Namen gefragt geschweige denn eine Notfallnummer von uns hinterlassen. Wir gehören ja auch noch zu den Anfängern und somit sind wir noch sehr im Thema Sicherheit und Regeln drin.
Naja, wird schon gut gehen, war dann das Motto am Tag des Tauchgangs.
Umso dramatischer, dass kein vernünftiger Buddie-Check gemacht wurde. Dabei kontrolliert man sich gegenseitig nach dem 4 Augenprinzip. Sitzt alles, funktioniert Atemregler etc. Hier hieß es allerdings anziehen und los. Okay.
Für Anfänger finde ich diese Methode nicht so cool, schließlich ist man doch noch etwas unsicher. Klar, dass vlt ein Taucher der schon 20.000 Mal tauchen war nicht mehr so darauf geeicht ist, für uns jedoch wichtig. Dennoch hatten wir hier 2 super Tauchgänge. Unzählige Schildkröten, Schwärme von Jackfischen und intakte Korallen. Zu unserer Überraschung hatte unser Tauchguide eine professionelle Kamera dabei, weshalb wir richtig coole Fotos haben. Das auch noch for free! Immerhin ein Pluspunkt. An sich war der Kerl auch ganz nett. Nur mit den Regeln hatte er es nicht so. Glücklicherweise ist auch nichts schief gegangen.

turtle

jackf
Nicht nur der Strand an denen die Tauchschulen gereiht sind, ist wunderschön, sondern auch der White-Beach. Allerdings mussten wir da eine weitere Strecke mit dem Roller zurücklegen. Dort angekommen wird man mit puderweichem Sand und türkis-klarem Wasser belohnt. Zu unserem Erstaunen war nichts los. Hier konnte man wirklich gut entspannen.
Als wir uns wieder auf dem Weg zu unserem geparkten Roller machten, fiel uns ein sehr lautes und zartes Miauen auf. Eine kleine Babykatze, mutterseelenallein auf dem Betonboden vor einem leerstehenden Geschäft. Ein paar Locals lungerten auf der Treppe an ihren Motorrädern rum und schienen das Kätzchen nicht zu hören. Oder sie wollten es nicht hören.
Ich fragte einen der Locals wo die Mutter des Kätzchens sei. Angeblich habe die Mutter das kleine Ding verstoßen. Als ich das Kätzchen auf den Arm nahm, nuckelte es an meinen Fingern und an meiner Kleidung. Hatte wohl länger nicht getrunken oder gegessen. Der Mann behaupt er würde sich um die Kleine kümmern, was ich aber nicht glauben konnte. Christoph schaute mich schon mit einem verzweifelten Blick an, weil er wusste, ich würde die Katze mitnehmen, obwohl wir keinen Plan hatten was wir eigentlich machen sollen. So hab ich die Mietze in mein Handtuch gewickelt und schon saßen wir zu dritt auf dem Roller zum nächsten Supermarkt. 7 eleven hatte tatsächlich Katzenfutter für sehr junge Tiere. 7 eleven immer wieder ein Fels in der Brandung.
Stellte sich jetzt nur noch die Frage, wollen wir das Ganze vor unserer Hotelfamilie geheim halten oder lieber gleich fragen, ob es okay ist die kleine aufzupäppeln.
Spontan entschied ich mich dazu den jungen Typ (ungefähr mein Alter) zu fragen. Er schien mir da im Hotel viel zu sagen zu haben. So stand ich vor ihm, erklärte warum, wieso, weshalb und ob es okay sei. Da konnt ich mich grade so zusammen reißen nicht sofort los zuheulen. Das hat ihn sichtlich unter Druck gesetzt. Er willigte ein, müsse aber seine Schwester fragen (die Chefin). Also verlängerten wir unseren Aufenthalt um ein paar Tage.  Fast eine Woche in einer Unterkunft die so lala ist. Naja, was man nicht alles für das Wohl der Katze tut.
Okay fürs Erste hatten wir einen Plan. Zum Glück konnten wir die Kleine davon überzeugen schon feste Nahrung zu sich zunehmen. Milch wollte sie irgendwie nicht trinken. Btw stellte der Localtyp der behauptete er füttert die Katze, fest dass, es ein Weibchen ist.

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Jedenfalls musste auch irgendwie geklärt werden wie es weitergeht. Schließlich wollten wir unsere Reise weiter fortführen und trotzdem das kleine Ding nicht im Stich lassen. Zu unserem großen Glück, war die Familie, ohne zu zögern, bereit das Kätzchen zu übernehmen. Welch Erleichterung. Trotzdem hatte ich Sorge, dass es nur eine Art "Abwimmeln" war.
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Wir mussten einfach positiv denken. Mir fiel es wirklich schwer. Die kleine Kitty hat sich mit ihren Minipfötchen so schnell in mein Herz geschlichen. Es war einfach so unendlich süß, wenn sie Christophs Nähe suchte und in seiner Achsel eingeschlafen ist.
Die Familie hat einen treudoofen, aber lieben Hund (ein fauler, stinkender, dicker Labrador) den wir auch mit Kitty bekannt gemacht haben. Die Beiden scheinen sich zu verstehen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie unendlich schwer mir der Abschied gefallen ist.
Nach ca. 3 Wochen haben wir ein Foto von Kittys Familie über Whats App erhalten. Zusammen mit dem Familienhund Lupo. Wie schön. Mir ist so ein riesen Stein vom Herzen gefallen, dass ich erst mal ne Runde geheult hab. Die ganze Kitty Geschichte ging mir emotional sehr nah. Man sieht auf den Philippinen so so viele verwahrloste Hunde und Katzen. Leider. In anderen asiatischen Ländern, ist es nicht unbedingt anders, aber es fiel hier schon stark auf.
Zum Glück gab es dann doch für unsere Kitty, die jetzt Melchris heißt (die Familie hat sich den Namen ausgedacht, was wir auch echt total lieb finden) ein Happy End. So hatten wir einfach das Glück auf unserer Seite um Kitty eine 2. Chance zugeben. 
Es wurde dann auch Zeit Panglao zu verlassen. Siquijor stand als Nächstes auf dem Plan.