Ja genau, Hexeninsel, angeblich gibt es hier Hexerei und Zauberei, weshalb einige Philippinos nicht nach Siquijor reisen. Wir haben davon eigentlich nichts mitbekommen. Es gibt jedoch die Möglichkeit mit einer geführten Tour in die Berge zu reisen und die sogenannten Heiler zu treffen. Für uns war das aber eher uninteressant. Zu der Zeit als wir auf der Insel angekommen sind, war sehr wenig los. So gestalteten sich unsere Tage auf Siquijor sehr entspannt. Wir gingen schnorcheln, was vor unserer Haustür einfach der absolute Wahnsinn war. So haben wir einige Seeschlangen, Clownfische und Kugelfische sehen können. Außerdem fuhren wir zu der etwa 1 Stunde entfernten Insel Apo-Island. Bekannt für wunderschöne Korallen und einer Vielzahl an Schildkröten. Auch hier war sehr wenig los. Das Gute an unserer Tour war, dass es eine Einweisung gab. Sprich: es durfte kein Plastik mit auf die Insel genommen werden, es gab einen Schnorchelguide, der kleine Gruppen von bis zu 4 Personen führte und es wurde darauf aufmerksam gemacht, wie man sich den Schildkröten gegenüber verhält. Weiterer Pluspunkt: es gab einen abgetrennten Bereich für die Schildkröten, vermutlich leider auch notwendig. Jedenfalls waren es keine 2 Minuten, da begegneten wir der 1. Schildkröte und es dauerte auch nicht lange bis wir das Zählen aufgegeben haben. Nicht nur Schildkröten, auch wunderschöne Korallen, Fische und all die anderen Meeresbewohner, die das Taucherherz höher schlagen lassen, konnten wir bestaunen. Apo Island ist ein kleines Paradies. Gott sei Dank scheint es geschützt zu werden.

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Es gab aber noch andere Touren, die wir auf eigene Faust unternommen haben. So sind wir zu den paradiesischen Wasserfällen gefahren, die mittlerweile auch kein Geheimtipp mehr sind. Dennoch ein Besuch wert. Sonst war die Zeit wirklich sehr entspannt. Wir staunten über die unfassbar schönen Sonnenuntergänge und gönnten uns zum Frühstück die ein oder andere Bowl. Nach 5 Tagen machten wir uns auf die Socken nach Moalboal. Wir wollten nämlich nochmal Tauchen.

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Der Weg dorthin war alles andere als gemütlich. Mit Fähre, Tricycle, Fähre und Bus waren wir dann innerhalb von 8 Stunden endlich angekommen. Die ersten Nächte verbrachten wir in einem überteuertem Hotel, welches in keiner Weise dem Preis gerecht wurde. Und außerdem zu weit vom Strand entfernt. Also zog es uns in ein kleines (sehr viel günstiger) Bungalowresort, ungefähr 50 m vom Strand entfernt.
Moalboal ist besonders für den Sardinen-Run bekannt. Man kann samt Ausrüstung vom Strand aus direkt ins Wasser gehen und los tauchen. Recht schnell haben wir uns für eine Tauchschule entschieden und wir konnten noch am selben Tag einen Termin ergattern. Was uns sehr freute: Wir hatten die Möglichkeit allein mit einem Local zu tauchen. Sehr sympathischer Typ. Also ging es für nur 20 € pro Person auch schon los. Nach ca. 5 Minuten unter Wasser kam auch schon eine schwarze Wand aus Sardinen auf uns zu. Schon sehr beeindruckend, aber auch irgendwie nur 5 Minuten lang. Danach machten wir uns auf die Suche nach all den anderen Meeresbewohnern, die man im Korallenriff finden konnte. Und hey, wir begegneten unserem ersten Frogfish, den uns unser Guide gezeigt hat, wir aber leider nicht erkannt haben. Christoph hat es gefilmt und dann konnten wir im Nachhinein und sehr langen Suchen den Frogfish erkennen. Diese ulkigen Fische tarnen sich nämlich extrem gut. Ihr müsst 'Frogfish' unbedingt mal googeln. Ich bin ein richtiger Fan geworden :D. Ich dachte die ganze Zeit, was um alles in der Welt will er uns denn zeigen, ich seh nur ne Koralle :D. Außerdem trafen wir noch eine Schildkröte, die sich ihren Panzer kratzte. Sie schubbelte sich richtig an einem kleinen Stein hin und her. Ich wusste gar nicht, dass Schildkröten sowas wie Juckreiz an ihrem Panzer empfinden können... naja wieder was gelernt.
In Moalboal stand außerdem noch Canyoing auf dem Plan. Auch hier gibt es sehr viele Wasserfälle, Schluchten, Flüsse usw. Im Prinzip war es Bodyrafting, was wir auch in Indonesien gemacht haben. Nur mit mehr Sprüngen verbunden. Konnten unter anderem von einem Wasserfall 11 Meter in die Tiefe springen. Hat mich persönlich auch einiges an Überwindung gekostet, hat aber sehr viel Spaß gemacht. 

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Lange haben wir es dann auch nicht mehr ausgehalten. So ging es für uns weiter nach Bantayan. Eine kleine Insel mit wunderschönen Stränden. Eigentlich wollten wir aus spartechnischen Gründen die restliche Zeit in Moalboal bleiben. Also wurde aus: 'Auf keinen Fall viel zu teuer' zu: 'Ach komm was solls.' 
Wieder ein 8 Stunden Trip, unter anderem in einem Bus mit Locals, der übertrieben voll war und ich mir einen 2-er Sitz mit einer 3-köpfigen Familie teilte. Naja sind angekommen und im Nachhinein wünschte ich, wir hätten diese Reise nicht zurück gelegt.
Wir hatten eine kleine Hütte direkt am Strand, ein Brite der seit 3 Monaten seine kleine Anlage führt, hatte sich dort niedergelassen. Ich denke, er war in Rente und hat sich dort eine Frau geangelt. Die Hütte war okay, aber richtig wohlgefühlt haben wir uns nicht. Generell fühlte es sich so an, als seien hier nur alte Wessis die hier auf Brautschau waren. Kaum Backpacker und die meisten waren alle über 60.
Wie dem auch sei, die Strände waren jedenfalls der Hammer. Weißer puderzucker Sand und türkisblaues Wasser. Ein Träumchen. Was uns aber alles andere als ein Träumchen war, war unser Besuch in einer Tierschutzorganisation. Durch ein kleines Poster in einem Restaurant sind wir drauf aufmerksam geworden. Über Facebook habe ich die Gründer Greg und Tina kontaktiert. Auf dem Poster stand, dass man sich als Volunteer dort engagieren kann. Tolle Sache dachten wir gerade nach unserer Kitty-Aktion.
Soweit so gut. Kurz vor unserem vereinbarten Treffpunkt erhielt ich eine Nachricht, ob wir uns nicht vor der Arztpraxis treffen können. Greg fühle sich nicht gut, müsse erst zum Arzt. Als wir dann 10 Minuten vor der Arztpraxis gewartet hatten, hieß es dann Greg habe seit 2 Tagen mit Übelkeit zu kämpfen und fühle sich schlapp. Es gab wohl ein paar Medikamente und dann ging es mit uns im Schlepptau zu der besagten Tierschutzstelle (übrigens hatten wir mal wieder einen Roller). Angekommen wurden wir mit lauten Gebell begrüßt. Und ich konnte meinen Augen nicht trauen. Auf einem Grundstück mit ein paar Blechhütten tummelten sich 85+ Hunde. Alle, wirklich alle Hunde hätten medizinische Hilfe benötigt. Viele hatten kein Fell, durch irgendeine Hautkrankheit, besonders die Welpen saßen mit Parasiten voll (sodass man die ganzen Flöhe, Läuse usw. mit bloßem Auge erkennen konnte). Ich denke Tina und Greg hatten gute Absichten, nur leider ist ihnen das ganze über den Kopf gewachsen. Während Tina das Essen für 85+ Hunde zubereitete, sich Greg elend in einer Hängematte quälte, versuchten Chris und ich uns irgendwie nützlich zu machen. Also haben wir damit begonnen das Grundstück von Hundekot zu befreien. Als das Futter fertig war, fütterten wir diese viel zu vielen Hunde, was ein absolutes Chaos war. Als es Greg immernoch nicht besser ging, wollte Tina mit ihm ins nächste Krankenhaus. So blieben Chris und ich für zwei Stunden allein dort. Bevor die beiden sich auf den Weg gemacht hatten, wurde uns nochmal verständlich gemacht, dass wir doch bitte keine Fotos machen sollten und schon garnicht irgendwo posten sollten. Christoph bemühte sich einem Welpen Futter ein zuflösen, der wohl ein Problemkind zu sein schien. Mit Erfolg.
Nach diesen Stunden allein, kamen Tina und Greg wieder. Wohl immer noch nicht mit einer Lösung zu Gregs gesundheitlichen Problem. Greg war übrigens aus Australien und hat sich mit Tina (Philippina) dazu entschieden diese Organisation zu gründen. Die Zwei bedankten sich mehrmals und waren froh, dass wir gerade jetzt da waren wo es Greg so schlecht ginge. So entschieden wir uns dazu am nächsten Tag nochmal auszuhelfen. Am nächsten Morgen erhielten wir eine Nachricht, dass eine Aushilfe da sein wird, weil die Beiden nochmals ins Krankenhaus gefahren sind. Gregs Zustand hatte sich verschlechtert. Angekommen machten wir uns wieder nützlich und bemerkten einen toten Welpen auf dem Grundstück. Die Aushilfe erklärte uns, es sei schon der dritte an diesem Tag. So wussten wir auch warum wir das Problemkind von gestern nicht finden konnten. Wohl besser für das Tier. Das Füttern war noch chaotischer als am Tag zu vor. So sind wir völlig fertig nach Hause. Von Tina erhielt ich am nächsten Tag die Nachricht, dass Greg es nicht geschafft hat. Er ist dort im Krankenhaus gestorben.
Wir konnten es irgendwie alles nicht glauben. Das wäre in Australien oder Deutschland niemals passiert. Das behaupte ich einfach, ohne zu wissen, was Greg eigentlich hatte. Jedenfalls war dies eine der traurigsten Tage unserer Reise. Erst die Tatsache, dass Greg und Tina sich etwas aufgebaut hatten, was ihnen völlig über den Kopf gewachsen ist und 85+ Hunde medizinische Hilfe benötigen und nun, dass Tina mit 29 jahren mit diesen Hunden komplett allein dasteht und ihren 40 Jahre alten Mann verloren hat. Der einst sein 'sicheres' Leben in Australien aufgegeben hat, um was zu verändern. Da findet man einfach keine Worte. Ich wollte jedenfalls einfach diese Insel verlassen.
In solchen Momenten stellt man einfach wieder einmal fest in was für einer Blase man sich in Deutschland befindet. Die heile Welt.
Ich schrieb eine Tierschutz-Organisation an und bat um Hilfe, diese wiederum verwies mich auf eine andere Organisation, die bereits auf den Philippinen aktiv sei. Leider warte ich immer noch auf eine Antwort.
Es kamen bessere Tage auf Malapascua, der Taucherinsel ...
Nach einer 5-Stündigen Reise sind wir auf der paradiesischen Insel angekommen. Es war wiedermal nichts los. Die Fähre ist z.b. nicht gefahren, weil zu wenig Leute zusammen kamen. So ließ man uns die Wahl; noch länger warten, in der Hoffnung, dass noch 6 Leute kommen oder mit nem privaten Boot rüber und 200 Pesos mehr bezahlen. Wir entschieden uns für zweiteres.
Angekommen bemerkten wir gleich, es gibt keine Straßen und keine Autos. Wir begegneten nur ein paar Rollerfahrern. Die Insel ist wirklich winzig. 2km lang und 800 m breit. Dafür brauchten wir nun wirklich kein Fahrzeug, trotzdem wurde es uns täglich 10 Mal angeboten. Wie schon gesagt, Malapascua ist eine Taucherinsel, daher reihen sich hier auch die Tauchschulen bis ins unendliche. Wir haben uns für die Tauchschule direkt an unserer Unterkunft entschieden. Was ich ganz vergessen habe, die Insel bietet einen Tauchspot (als einzigen weltweit), Fuchshaie mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit zu sehen (ca. 98%). Fuchshaie sind ca. 4 Meter lang und besonders bekannt für ihre extrem lange Rückenflosse. Wir entschieden uns aufgrund des Preises aber erst mal für Gato-Island. Eine Insel die einen Tunnel bietet und unter anderem auch White-tip sharks. Ich hab unserem Tauchguide klar gemacht, dass ich einen Frogfish und ein Seepferdchen sehen möchte. Übrigens ist der Tunnel nicht für Open-Water Diver, weshalb wir um die Insel herum tauchten und ein wenig im Eingang des Tunnels. Und siehe da! Ein Frogfish. Und natürlich streikte da die GoPro... naja ist im Kopf gespeichert. Wunderschöne Korallen, unglaublich große und hübsch gemusterte Kugelfische und die White-tip sharks durften wir bestaunen. Die Haie liegen eigentlich nur faul unterm Felsen. Beim 2. Tauchgang der Insel haben wir dann unser langersehntes Seepferdchen gesehen. Endlich! Die Tierchen sind nämlich ziemlich selten anzutreffen. Außerdem sind wir auf ein paar Seeschlangen, einem Aal und jede menge Schnecken getroffen. Erfolgreicher Tauchgang würde ich sagen!
Nur ging Christoph eine Sache nicht aus dem Kopf. Fuchshaie. Ich mein, klar es dreht sich auf dieser Insel alles um diesen Hai, man kommt kaum drum rum. Aus geldtechnischen Gründen, ließ ich Christoph den Tauchgang allein machen. So scharf war ich da auch nicht drauf. Ich freu mich eher über nen Frogfish! :D Schon gegoogelt?! Witzig oder? :D
Für Christoph hieß es dann erstmal: Lernen! Da wir nur den Open-Water Schein haben, dürfen wir nicht so tief tauchen. Man benötigt ein Zusatzzertifikat, da sich die Haie aber auf einer Höhe von 28 m blicken lassen muss man dann bestens über die Unterschiede in tieferen Gewässer aufgeklärt sein.
Als nächstes hieß es um 4 Uhr morgens aufstehen. Denn die Haie sind auch eher so die Morgentiere. Nach ablegen des Testes, ging es dann auch schon los. Gemeinsam mit einem erfahrenem Taucher ging es dann auf 29 m Tiefe. Auf einem Felsplateau wartet man dann auf die Haie. Beim ersten Dive, waren es dann die 2% die zu trafen. Die Tiere kommen eigentlich morgens zu einer Reinigungsstation. Sonst sind sie in wesentlich tieferen Gewässer unterwegs. Jedenfalls kam keiner vorbei. Sehr enttäuschend. Und teuer :(. Okay also 2. Versuch einen Tag später. Zum Glück war das Zertifikat ja schon gemacht und bezahlt.
Und dann trafen die 98%. Aus der Ferne sah man schon einen der Haie. Insgesamt 3 der Haie konnte Christoph sehen.

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Schon sehr beeindruckend. Die Haie sind übrigens sehr scheu und würden eher wegschwimmen als angreifen. Zum Glück hat uns die GoPro diesmal nicht im Stich gelassen und Melina konnte wenigstens ein kleines Video sehen. Uns hat Malapascua richtig gut gefallen. Eine Insel die zwar etwas touristisch ist, aber man trotzdem viel vom Local-Leben mitbekommt, genau nach unserem Geschmack. So verging die Woche wie im Flug.
Und so ging es für Melina leider mit Ohrenschmerzen in unser nächstes und letztes Land...