Wie cool ist das denn bitte? Wir starten in Thailand und genau zu dieser Zeit findet das Neujahrsfest Songkran statt. Wirklich ein absoluter Zufall.
Eigentlich sind die Thais für ihre freundliche und eher zurückhaltende Art bekannt, doch an Songkran sind alle etwas ausgelassener. 
Songkran hat eigentlich einen spirituellen Hintergrund und steht für das Eintreten der  Sonne in das Tierzeichen Widder (welches an 1. Stelle steht). Es bedeutet so viel wie Übergang. 

Es wird nicht nur an einem Tag gefeiert sondern gleich an drei bzw. je nach Region sogar an vier Tagen.
Man feiert das austreten und auch das eintreten in die Zukunft, in ein neues Jahr. 
Das Neujahrsfest bedeutet auch reinemachen, heißt es wird ordentlich geputzt. Beginnend in Haus und Wohnung. Als Familie besucht man dann Tempel um Opfergaben zu erbringen. Die klassische Gabe ist dann meist Reis. Außerdem werden sämtliche Buddahstatuen mit Wasser übergoßen. Diese sollen von schlechten Stimmungen des vergangenen Jahres gereinigt werden. 
Es hat sich bei den Thais so eingebürgert, dass man selbst mit Buddahstatuen durch die Gegend zieht um diese ebenfalls von Mitläufern oder Zuschauenden reinigen zu lassen. Mönche singen und beten dabei. Die Stimmung ist fröhlich und offen.

Woraus sich nun der eigenliche Spaß ergeben hat. 
Das ganze hat sich zu einer eher karnevalistischen Angelegenheit entwickelt. Da nicht nur die Einheimlischen sondern auch Touristen an diesem Spektakel teilhaben. 

Eine einzige Wasserschlacht auf den Straßen. Es laufen sehr viele Menschen mit Wassereimern, Schüsseln oder Wasserpistolen rum. Jeder der das Haus verlässt wird nass. Ein feuchtfröhlicher Spaß. Auch mit Alkohol. 
Chiang Mai ist übrigens wie Köln an Karneval, also die absolute Songkran Hochburg. 

Übrigens auch ein Grund warum wir aus Deutschland schon ein Hostel gebucht hatten. Da kam dann doch die Sorge spontan nichts mehr zu finden da zu viele das Songkran Spektakel mit erleben wollen.

Wir haben Songkran sehr zu schätzen gewusst, da 40°C im Schatten kaum auszuhalten sind. Am 12. April angekommen und mit einem Sammeltaxi zu unserem Hotel gefahren, wurden wir schon mit ein paar Wasserpistolen bespritzt, obwohl der offizielle Spaß erst am 13. April losgeht. 
Nun ja am 13. war die Stadt im Ausnahmezustand aber auf positive Art und Weise. Wer das Haus verlässt wird definitv nass, das sollte jedem bewusst sein. Überall laufen Menschen mit Wasserpistolen rum, vor Häusern werden Regentonnen aufgestellt, woraus mit Eimern und Schüsseln Wasser geschöpft wird, um ander damit komplett zu übergießen. Viele beladen ihre Pickups, mit vollen Regentonnen um während der Fahrt Leute zu übergießen. Selbst Rollerfahrer bleiben unverschont.
Alle scheinen Spaß zu haben. Unerwarteter Weise auch ohne Alkohol. Wir haben eigentlich erwartet, dass es an jeder Ecke Alkohol zu kaufen gibt. Dem war nicht so. Wahrscheinlich auch ein Grund warum hier alles unglaublich friedvoll und harmonisch abläuft.
Jung und Alt haben einfach Spaß. Es wird gesungen, getanzt (sowohl zu Thai Musik als auch zu westlichen Charts) und es gibt immer wieder tradizionelle Umzüge Richtung Tempel. Sehr interessant und total schön anzusehen. 
Vermutlich gibt es ein paar Thais der älteren Generation, die der Meinung sind die Tradition ginge verloren. Wir haben das ganze Fest eher als eine gute Mischung empfunden, weil alle Menschen einfach Spaß hatten.
Natürlich gibt es immer welche die übertreiben müssen, die fettesten Boxen auffahren und die Touris die zu viel Alkohol trinken. Aber das ist ja nichts Neues. 
Wir würden jedem Songkran empfehlen der Spaß an eine verspielte Atmosphäre hat, jedem der nicht zu alt ist um sich ordentlich nass zu machen. Man muss bedenken, die Thais ziehen Songkran wirklich 3 Tage durch. Das heißt, jedes Mal, ob morgens oder abends, wenn du das Haus verlässt wirst du bis auf die Unterhose nass. Man wird mit ganzen Eimern übergoßen. Da hat keiner Hemmungen. ;)
Songkran ist ein super Erlebnis. Wir persönlich würden sonst zu dieser heißen Zeit nicht herkommen.

Chiang Mai ist aber eine wundervolle Stadt. Sie ist jung und gleichzeitig sehr traditionell. Offen und freundlich. Und das Essen ist einfach der Wahnsinn. Für veganer ein kleines Paradies. :)